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SEKA Journal Nr. 20, Dezember 2009

SEKA im Sommer 2009

Erholungsaufenthalt in Neum:

Auch in diesem Sommer gelang es uns noch einmal, einen 12-tägigen therapeutischen Erholungsaufenthalt für 20 Frauen und Kinder zu finanzieren. Er fand vom 15. - 26. Juni in Neum statt, dem einzigen bosnisch-herzegowinischen Ort an der Adria. Obwohl es leider sehr viel regnete, genossen Frauen und Kinder diesen Aufenthalt sehr und erinnern sich noch heute voller Freude daran (siehe den ausführlichen Bericht auf den Seiten 4-7).

Sonstige SEKA-Aktivitäten:

In der Zeit von Anfang Juni bis Mitte Oktober 2009 fanden neben dem regelmäßigen Programm für KlientInnen der lokalen Bevölkerung (Einzel- und Gruppentherapie mit Frauen, mit Kindern, mit Veteranen, mit Familien, Supervision, Projektarbeit mit Kindern / Jugendlichen) folgende weitere Aktivitäten statt:

Auswirkungen der politischen Situation auf SEKA

Die letzten Wahlen auf Gemeindeebene (Wahl des Bürgermeisters und des Stadtrats) haben leider keine positiven Veränderungen für SEKA wie auch für viele andere Vereine gebracht - im Gegenteil: Der neue Bürgermeister (der zum ersten Mal in ein solches Amt gewählt wurde) ist offensichtlich von seiner Aufgabe völlig überfordert. Zusätzlich hat er sich einen der schlechtmöglichsten Berater gewählt, unter dessen Einfluss er nun steht. Auf seine Verlautbarungen und Versprechungen sind bisher keinerlei Taten gefolgt. Die Finanzkrise gibt ihm zusätzliche Argumente für sein Nichtstun.

Die zweite Rate des bewilligten Zuschusses für den SEKA-Erholungsaufenthalt ist bis heute nicht überwiesen worden. Dasselbe haben viele andere Organisationen erlebt. Nach der medienwirksamen Unterzeichnung der Verträge für die Zuschüsse folgte nichts mehr.

Die Zusammenarbeit mit der Kantonsregierung klappt deutlich besser. Allerdings lassen sich viele wichtige Fragen nur gemeinsam von Stadt und Kanton lösen, da die Kompetenzen sehr verflochten sind.

Dies merken wir besonders bei unserem Engagement für einige der Frauen, die Kriegsvergewaltigungen überlebt haben und deren Wohnungsfrage noch immer nicht geklärt ist. Die Frauen leben noch immer in Notunterkünften oder sind bei Verwandten unterkommen. Ihr psychischer Zustand kann sich nicht verbessern, solange sie unter solch beengten und teils menschenunwürdigen Verhältnissen leben.

Amina Vrana mit der Kindergruppe
Amina Vrana mit der Kindergruppe

Von Seiten der Kantonsregierung gibt es die Bereitschaft, eine angemessene Lösung zu finden. Der frühere Bürgermeister hatte ebenfalls seine Unterstützung signalisiert. Der neue Bürgermeister blockiert jedoch jegliche Anstrengungen. Obwohl sich nun auch das UNHCR, OSZE und die Menschenrechtsorganisation ‘Nasa prava’ (‘Unsere Rechte’) eingeschaltet haben, scheint eine Lösung noch weit entfernt. Besonders ärgerlich ist für uns die menschenverachtende Art und Weise, in der sich der Bürgermeister über die Frauen äußert.

Gut, dass SEKA nicht - wie viele andere Vereine - von der Förderung durch die Stadt abhängt. Dies ermöglicht uns bedeutend mehr Handlungsfreiheit und gibt uns die Möglichkeit, politisch Druck zu machen. Allerdings sind dafür gute Nerven und Geduld nötig.

Das SEKA-Team

Nachdem uns - wie im Juni-Rundbrief berichtet - unsere Kollegin Senija T. leider im Januar überraschend verlassen hat, da sie in einer anderen Einrichtung bedeutend mehr verdienen kann, haben wir sieben Monate lang intensiv nach einer neuen geeigneten Kollegin gesucht. Eine geeignete Kollegin zu finden, war schwierig, da die Arbeit in SEKA sehr anspruchsvoll ist und hohe Anforderungen an die Motivation, die Belastbarkeit und die Bereitschaft zu Fortbildung stellt.

Doch das Warten hat sich gelohnt: Im Juli meldete sich bei uns Amela Drincic, Absolventin des Studiums der Sozialarbeit, die sich als ehrenamtliche Mitarbeiterin anbot. Sie muss nur noch einige Prüfungen ablegen und ihre Diplomarbeit schreiben. Da sie externe Studentin ist (es ist schon ihr zweites Studium), ist sie überwiegend in Gorazde und hat seit Anfang September begonnen, in SEKA halbtags ehrenamtlich zu arbeiten.

Nach den ersten zwei Monaten haben wir alle das Gefühl, dass sie genau die Richtige ist und gut ins SEKA-Team passt.

Im August hat sie bereits begonnen, mit Gabriele Müller zusammen die Therapiegruppen für Frauen zu leiten. Inzwischen hat sie auch schon einige neue Klientinnen in Einzelberatung übernommen. Wir wünschen uns, dass wir Amela nach ihrer Diplomierung als neue Kollegin einstellen können.

Gabriele Müller, Esma Drkenda

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