
In der Zeit vom 16. bis zum 26. Juni 2008 konnten wir einer Gruppe von 20 Frauen und Kindern aus dem ostbosnischen Kanton Gorazde, die Opfer unterschiedlicher Formen von Gewalt geworden waren, therapeutisch begleitete Erholung in Neum am Meer ermöglichen. Wir sind sehr froh, dass es uns trotz großer Schwierigkeiten schließlich doch geglückt ist, die notwendigen Finanzen für diesen Erholungsaufenthalt zu sammeln. Lange Zeit sah es sehr kritisch aus.
Dass die Finanzierung am Ende doch noch gelang, verdanken wir der finanziellen Unterstützung der Dr.-Ursula-Schmid-Kayser Kinderfonds Stiftung, Erlangen, einem Benefizkonzert der ‘Gospel-People’, das von dem Weseler SEKA-Unterstützungskreis organisiert wurde, einer Spende der Stiftung ‘Demokratie im Alltag’, Siegen, sowie vielen kleineren und mittleren Spendenbeträgen, die durch die
SEKA-Kampagne 2008: "Schenken Sie Glückstage" und über die Betterplace-Spenden-Plattform gesammelt werden konnten, und schließlich einem kleinen Zuschuss der Stadtverwaltung Gorazde zu den Fahrtkosten.
Im Namen der Frauen und Kinder danken wir allen Geldgebern und SpenderInnen sowie unseren ehrenamtlichen UnterstützerInnen sehr herzlich.
(Zum ausführlichen Bericht über die Arbeit mit den Frauen und Kindern in Neum.)
In der Zeit von Anfang Juni bis Mitte Oktober 2008 fanden neben den laufenden Einzel- und Gruppenterminen mit KlientInnen der lokalen Bevölkerung folgende weitere Aktivitäten statt:

Von Anfang an hat sich SEKA um eine intensive Zusammenarbeit mit den Institutionen und mit der Stadt- wie auch der Kantonsregierung bemüht - im Hinblick auf strukturelle Probleme oder auch bzgl. konkreter Probleme unserer Klientinnen. So gab es Treffen mit dem Bürgermeister und dem Minister für Soziales, mit der Direktorin des Zentrums für Sozialarbeit, dem Direktor des Krankenhauses.
Außerdem vertritt uns Koordinatorin Esma Drkenda regelmäßig in verschiedenen Gremien und Arbeitskreisen auf Stadt- und Kantonsebene. Wir arbeiten eng mit den VertreterInnen von UNDP (UN-Entwicklungsorganisation) und OSZE im Kanton sowie auch mit aktiven anderen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zusammen. Themen gibt es mehr als genug: so z.B. Gewalt gegenüber Frauen und Kindern, die faktische Obdachlosigkeit vieler Menschen, die extreme Armut und mangelhafte bis nicht existente Sozialhilfe, Probleme mit der Gesundheitsversorgung; das unsensible und oft respektlose Verhalten von Behördenbediensteten gegenüber Hilfesuchenden; der Mangel an Förderung z.B. für autistische Kinder oder für behinderte Menschen überhaupt; die miserablen Bedingungen im Zentrum für psychische Gesundheit; der Mangel an qualifiziertem Fachpersonal; die hohe Zahl von Menschen in schweren (suizidalen) Krisen - die sowohl mit ihrer Traumatisierung als auch mit ihrer aktuellen verzweifelten Situation zusammenhängen, und vieles andere mehr.
Seit September 2008 haben wir nun Pädagogin Amina Vrana, nachdem sie uns 12 Monate ehrenamtlich unterstützt hatte, fest eingestellt. Wir sind der Ansicht, dass ein Jahr ehrenamtlicher Arbeit für eine junge Frau am Anfang ihrer Berufstätigkeit wahrlich mehr als genug sind. Wir wollten Amina auf keinen Fall verlieren und auch sie wünschte sich, "an meinem Traum-Arbeitsplatz bleiben zu können". Unser Entschluss machte sie überglücklich.
Leider ist es uns bisher nicht gelungen, für diese zusätzlichen Personalkosten eine Förderung zu bekommen. Die meisten Geldgeber schließen Zuschüsse für Personalkosten von vornherein aus. Bürgermeister Kurtovic hatte uns in Aussicht gestellt, dass SEKA von der Stadt ins Budget aufgenommen werden könne. - Leider wurde er zwischenzeitlich abgewählt. Nun beginnen wir mit unseren Verhandlungen mit dem neuen Bürgermeister von vorne ...
Einstweilen haben wir die Personalkosten von Amina (monatlich ca. 500 €) als Bedarf auf dem Online- Spendenportal ‘Betterplace’ eingestellt und hoffen jeden Monat von Neuem, diesen Betrag zusammenzusammeln - bisher mit mehr oder weniger Erfolg:
www.betterplace.org/de/projects/255/
Gabriele Müller, Esma Drkenda