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SEKA-Journal Nr. 17 - Dezember 2006 |
Splitska/Brac, Oktober 2006
Liebe SEKA-Freundinnen und Freunde,
Nun liegt doch tatsächlich schon der 10. SEKA-Sommer hinter uns! - Wer hätte das geglaubt - im Sommer 1997, als wir noch nicht wussten, ob wir (finanziell) überhaupt das erste Jahr überstehen würden ...
Trotz aller Sorgen und finanziellen Probleme in diesen Jahren ist es uns gelungen - mit Ihrer aller Hilfe - ein dichtes und anspruchsvolles Programm zu verwirklichen und SEKA zu einem Ort zu machen, an dem Hunderte Frauen und Kinder, die Unrecht, Leid, Krieg und Gewalt erlebt haben, ein Stück Heilung erfahren und neuen Lebensmut gewinnen konnten.
Eine besondere Wirkung haben wir darüber hinaus erzielt durch unsere Arbeit mit Multiplikatorinnen (Psychotherapeutinnen, Pädagoginnen, Sozialarbeiterinnen und halbprofessionelle psychosoziale Helferinnen), denen wir in SEKA Entlastung, Fortbildung und Supervision ermöglichen konnten. Sie alle tragen - wie eine von ihnen einmal ausdrückte - "den Geist der SEKA-Arbeit" in sich, den sie in ihrer alltäglichen Arbeit in Frauenorganisationen, Projekten und Institutionen weitergeben
SEKA ist inzwischen in der gesamten Region bekannt - durch seine besondere Art der Friedensarbeit, die vielleicht am besten "friedenstherapeutische Arbeit" genannt werden könnte, da sie die immense Bedeutung von verdrängten und unterdrückten Traumata als Nährboden für gewalttätige Konflikte betont. SEKAs friedenspolitischer Ansatz ist daher immer auch ein traumatherapeutischer. Das Interesse insbesondere für die therapeutischen und psychosozialen Fortbildungen auf der Basis der psychodramatischen Philosophie in SEKA ist nach wie vor immens.
Dies gilt sowohl für die neue Fortbildungsreihe "Traumatherapie/Psychodrama", als auch für das Pilotprojekt in Gorazde / Ostbosnien - in Zusammenarbeit mit den dortigen Veteranenverbänden. Innerhalb dieses Projekts bieten wir zum ersten Mal auch männlichen Kollegen und Ehrenamtlichen Fortbildungen an, um sie in ihrer zukünftigen Arbeit mit kriegstraumatisierten (ehemaligen) Soldaten und deren Familienangehörigen zu unterstützen. (s. auch unser Rundbrief vom Juni 2006).
Natürlich ist die "10-Jahres-Frist" auch ein Anlass, um darüber nachzudenken, wie es mit SEKA weitergehen wird.
Obwohl einerseits die Finanzlage immer schwieriger wird und auch Veränderungen im SEKA-Stammteam anstehen (siehe personelle Situation), sind wir uns bewusst, dass auf SEKA als Friedensprojekt noch viele (und teils neue) Herausforderungen warten.
Eines ist aber in jedem Fall sicher: Auch auf seinem zukünftigen Weg braucht das Projekt SEKA Ihre Hilfe und Ihr Engagement. Wir danken Ihnen von Herzen für Ihre bisherige Unterstützung und wünschen uns, dass Sie uns weiter begleiten und uns treu bleiben.
So, und hier wie stets ein kurzer Überblick über die Themen dieses Journals:
Nun wünschen wir Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit, erholsame Feiertage und ein friedliches und glückliches Jahr 2007.
Mit sehr herzlichen Grüssen
Ihr SEKA-Team
Gabriele Müller, Mirjana Bilan, Fani Misetic, Vesna Sobot, Vera Dacic und Slavica Martic