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SEKA-Journal Nr. 14 - Juni 2004


Splitska/Brac, April 2004

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,


mit diesem Heft halten Sie das 14. SEKA-Journal in Händen. Vor sieben Jahren haben wir begonnen, auf Brac das SEKA-Projekt aufzubauen. Wir sind glücklich, dass SEKA noch immer besteht; denn es scheint uns, dass in einer Welt der täglichen Horrormeldungen Projekte wie SEKA notwendiger sind denn je. Doch wie Sie alle wissen, ist es immer schwerer, Geldgeber für die Finanzierung des Projekts und vor allem des Programms zu finden.

Viele Organisationen und Stiftungen haben sich aus der Region zurückgezogen. Diejenigen, die sich noch finanziell engagieren, haben ihre eigenen Förderschwerpunkte; psychosoziale und therapeutische Hilfe gehören längst nicht mehr dazu. Der Krieg ist vorbei, die Traumata überstanden ... das ist die überwiegende Haltung.
Wer jedoch die Situation vor Ort kennt, weiss, dass die Wirklichkeit anders ist. Der heiße Krieg ist vorbei, doch das Trauma des Krieges und der erlebten und begangenen Verbrechen lastet noch immer schwer auf der Gesellschaft. Nicht nur die einzelnen Überlebenden von Gewalt und Grausamkeiten sind noch immer in ihrem Trauma gefangen, sondern auch die gesamte Gesellschaft. Dieses kollektive Trauma hindert die Menschen, die gesamte Wahrheit wahrzunehmen, die Verantwortung zu übernehmen für die Kriegsverbrechen der eigenen Seite - als Voraussetzung für die Überwindung von Krieg und Verbrechen -, und den Opfern aller Seiten Gerechtigkeit widerfahren zu lassen - als Grundlage für den Aufbau einer gemeinsamen demokratischen und friedlichen Gesellschaft. Das kollektive Trauma ist auch das Trauma der "Zuschauer und Mitläufer", die sich mit den Tätern identifizieren und sie noch immer als ihre "Helden" ansehen. (Wir Deutschen haben mit diesem Phänomen ja unsere ureigenen Erfahrungen gemacht ...).
Aus diesem Grund insistieren wir in SEKA nach wie vor darauf, dass Friedensarbeit und der Aufbau einer friedlichen und gerechten Gesellschaft die psychologische Auseinandersetzung mit dem Geschehenen einschließen muss.

Zur Zeit arbeiten wir intensiv an einem Antrag an die Europäische Kommission für ein grosses Projekt, das SEKA gemeinsam mit dem Frauentherapiezentrum Medica Zenica, der Frauenorganisation "Izvor" (Tenja) und dem Autonomen Frauenzentrum Belgrad durchführen möchte - wenn es denn bewilligt wird. Ziel des Projekts ist, die psychologische Versorgung und psychosoziale Hilfe für traumatisierte Menschen besonders in den ländlichen Bereichen der ehemaligen Kriegsgebiete in der Region zu verbessern - durch Entlastung und Fortbildung einer großen Zahl von VolontärInnen und MitarbeiterInnen in Organisationen und Institutionen. Professionelle und ehrenamtliche HelferInnen sollen ausgebildet und direkt unterstützt werden in der Realisierung von Projekten der psychosozialen Hilfe und Bewusstseinsbildung in ihren lokalen Gemeinwesen.
Zum ersten Mal wollen wir auch - als eine Art "Pilotprojekt" - eine Gruppe männlicher Volontäre in das Programm mit einschliessen - als Ansprechpartner / Helfer für kriegstraumatisierte Soldaten.
Der Antrag ist kompliziert und muss "perfekt" sein, um bei der Europäischen Kommission eine Chance zu haben. Und leider ist es völlig unklar, ob er am Ende bewilligt werden wird, denn die Konkurrenz ist groß.
Daher ist es nach wie vor von großer Wichtigkeit, dass SEKA ein stabiles oder gar wachsendes eigenes Spendenaufkommen hat: durch die Spenden von Ihnen allen, die Sie SEKA unterstützen!
Wir möchten uns hier ganz besonders bedanken bei unseren Förderfrauen und Förderern, die uns teilweise schon seit Jahren treu unterstützen, aber auch bei den Freundinnen und Freunden, die mit vielfältigen und kreativen Aktivitäten für SEKA Werbung machen, Spenden sammeln und uns so tatkräftige Hilfe leisten.

Ohne Euch / Sie alle hätte es SEKA nie gegeben!!!

Mehr über einige dieser Aktivitäten können Sie auf dieser Website nachlesen: Anne Kolkmann und Annette Hecker berichten über das Engagement des Weseler SEKA-Unterstützungskreises (Benefizkonzert) und der Hamburger Stammtischfrauen.

Und hier stellen wir Ihnen kurz die Artikel des restlichen SEKA-Journals vor:

Wir hoffen, dass Sie auch diese Ausgabe des SEKA-Journals mit Interesse lesen.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr SEKA-Team:
Gabriele Müller, Mirjana Bilan, Vesna Šobot, Marija und Fani Mišetic und Ute Stindtmann



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