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SEKA-Journal Nr. 12 - Juni 2003 |
Hintergrundthema:
"Da wächst in dir der Mut der Verzweiflung ..."
Überleben in Gorazde - im Krieg und heute
Diesen Bericht widme ich den Menschen in Gorazde, die mit unglaublichem Widerstandsgeist, Überlebenswillen und Mut, aber auch mit unvorstellbarem Leiden die 1336-tägige Belagerung ihrer Stadt überlebt und sich behauptet haben - gegen die vielfache Übermacht der Karadzic-Serben - trotz des Versagens der internationalen Gemeinschaft, die "UN-Schutzzone Gorazde" zu schützen. Insbesondere widme ich den Bericht auch den Frauen von "Anima", die sich unter schwierigsten Bedingungen für eine Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen und Kindern in Gorazde und für ein Wiederzusammenleben der Bevölkerungsgruppen einsetzen. Eine Gruppe von Frauen und Kindern aus Gorazde war im Sommer 2002 im SEKA-Haus. Diese Frauen und Kinder sowie die Kolleginnen von Anima besuchten wir (Gabriele Müller und Amy Shifflette) im März 2003.
Gorazde
Gorazde liegt in Ostbosnien, ca. 100 km südöstlich von Sarajevo, 33 km nordöstlich von Foca und 27 km südöstlich von Višegrad. Bis zur serbischen Grenze sind es 50 km, 30 km bis Montenegro.
Schon seit der Römerzeit lag Gorazde an einem Verkehrsknotenpunkt, der die dalmatinische Küste mit Ostbosnien, Serbien und Montenegro und diese wiederum mit Sarajevo und darüber hinaus mit Mittel- und Westeuropa verband. Die auch militärisch strategisch wichtige Lage ließ Gorazde im Krieg zu einer der am härtesten umkämpften Städte in Bosnien-Herzegowina werden.
In anderen Zeiten und unter anderen Bedingungen könnte Gorazde und sein Umland ein beliebtes Ferienziel sein, eine touristische Attraktion: die kleine Stadt und die sie umgebenden Ortschaften wie hingegossen ins weite Tal des Flusses Drina, dessen unglaublich blaugrüne Wasser in mäandernden Kurven zwischen den grünen Matten der Berge dahinströmen und sich einige Kilometer flussabwärts zu einem künstlichen See stauen, bevor sie gen Osten Richtung Višegrad weitereilen. In einiger Entfernung erheben sich hinter den sanften grünen Bergen schroffe majestätische Gipfel, die sich dann wie im Tal des Flüsschens Praca zu atemberaubenden Schluchten verengen. Insbesondere im Frühling ist der Kontrast zwischen schroffen, oft noch schneebedeckten Gipfeln und üppig grünender und blühender Natur von besonderer Schönheit.
Eine idyllische Landschaft, malerisch, romantisch und friedlich, so scheint es - bis wir wieder an einem der zerschossenen und verbrannten Dörfer vorbeikommen, das noch überwiegend aus Ruinen besteht und das uns schlagartig wieder erinnert, dass hier dreieinhalb Jahre lang schwerste Kämpfe ausgetragen wurden.

Vor dem Krieg war Gorazde eine ganz normale bosnische Kleinstadt mit 37.573 Einwohnern (davon 26.254 Bosniaken/Muslime, 10.012 Bosnische Serben/Orthodoxe, 1.125 Bosnische Kroaten/Katholiken, sowie 182 Einwohner, die sich keiner dieser drei Populationen zuordneten).
Gorazde war eine für seine Größe gut entwickelte Industriestadt. Der Großteil der Bevölkerung arbeitete in verschiedenen Fabriken der Chemie-, Rüstungs-, Metall- und Textilindustrie sowie weiteren industriellen und handwerklichen Betrieben. In den umliegenden Ortschaften wurde auf den fruchtbaren Böden des Flusstales außerdem Ackerbau und Viehzucht betrieben.
"Wir haben hier vor dem Krieg gut gelebt", höre ich immer wieder. "Alle hatten Arbeit und ihr Auskommen und es gab ein schönes und harmonisches Gemeinschaftsleben. Es gab hier keine Spannungen zwischen Serben und Bosniaken."
Gorazde hatte ein Theater, Kino; es gab Konzerte, Sportveranstaltungen, Angebote für Jugendliche, ein Kaufhaus und ein kleines Krankenhaus.
Und immer war die Drina der Bezugspunkt der Stadt: Drei Brücken verbanden das rechte mit dem linken Ufer. Entlang der Drina verlief die Promenade, an der Drina lag der kleine Park, in dem sich die Jugend traf. In der Drina lernten die Kinder schwimmen. Und wer hier - in dem eiskalten Fluss mit seinen Strömungen - schwimmen lernte, der beherrschte es überall.
Über die Drina wurden unzählige Gedichte und Lieder geschrieben. Und trotz allem, was in diesem letzten Krieg an der Drina geschehen ist, besteht die Liebe der Menschen in Gorazde zu ihrem Fluss auch heute ungebrochen weiter. Von fast allen, die ich in Gorazde treffe, werde ich als erstes gefragt: "Wie gefällt Dir Gorazde? Wie gefällt Dir die Drina?"
Es ist für mich sehr berührend, die tiefe Verbundenheit der Menschen zu diesem Fluss und zu diesem Stückchen Erde zu spüren, gerade auch deshalb, weil sie wegen dieser Verbundenheit und ihrer Weigerung, sich von hier vertreiben zu lassen, Unglaubliches erlitten haben.
"Niemand von uns wollte es glauben ..."
Kriegsbeginn
"Noch Anfang April 1992 (Anm.), als wir von den ersten Kämpfen in Višegrad hörten, glaubten wir, dass dies keine Bedeutung für uns hier in Gorazde hätte," erzählt mir Enisa A. (Name geändert). "Wir - Bosniaken und Serben - saßen gemeinsam in den Cafés, als die Flüchtlinge aus Višegrad in Gorazde eintrafen. Selbst da glaubten wir noch, dass nichts das friedliche Zusammenleben von Serben und Bosniaken in Gorazde stören könnte. Wir hofften, dass es doch noch eine Lösung auf politischer Ebene geben würde. Niemand von uns wollte Krieg und konnte glauben, dass der Krieg auch für uns bereits begonnen hatte."
Doch dann kamen die ersten Nachrichten über die von den serbischen Verbänden und Milizen begangenen Greueltaten gegen die nichtserbische, überwiegend muslimische Bevölkerungsmehrheit Višegrads und Focas, die später unter dem verharmlosenden Begriff "ethnische Säuberung" in den internationalen Sprachgebrauch übergingen: Verschleppungen in Folter- und Vergewaltigungslager, bestialische Ermordung tausender Menschen und schließlich Vertreibung der schwerst traumatisierten Überlebenden, dies alles mit dem Ziel, Ostbosnien von Nicht-Serben zu "säubern", um es mit der Herzegovina und der "Serbischen Republik Krajina" "Großserbien" einzuverleiben.
Nun veränderte sich auch die Stimmung in Gorazde. Angst, Anspannung und die Ahnung, dass dieser Krieg auch Gorazde erreichen würde, begannen sich auszubreiten. Mehr und mehr Menschen flohen aus der Stadt.
"Als ich zwei Tage vor Kriegsbeginn in Gorazde meine beste Freundin (sie ist Serbin) in ihrem (überwiegend serbischen) Dorf besuchte, war ich mir schon bewusst, dass es für mich als Muslimin gefährlich war, dahin zu gehen", erinnert sich Enisa. "Auf dem Weg sah ich die frisch ausgehobenen Schützengräben. Es war klar, dass es demnächst losgehen würde."
Die Freundin bat Enisa bei diesem letzten Zusammentreffen inständig zu fliehen, sich in Sicherheit zu bringen. Doch das kam für Enisa nicht in Frage. Noch immer hoffte sie wie viele andere, dass der Krieg nur kurz dauern würde.
Am 4. Mai beginnt schließlich der Angriff auf Gorazde mit der erbarmungslosen Granatierung der Stadt. In den folgenden Tagen wird die Verteidigung organisiert, eine Verteidigung, die außer dem verzweifelten Mut und der Entschlossenheit der Menschen in Gorazde, Widerstand zu leisten, nur einige Gewehre, wenig Munition und einen einzigen leichten Granatwerfer zur Verfügung hat. Die serbischen Angreifer haben dagegen das gesamte Arsenal an schweren Waffen der JNA zur Verfügung: Panzer, Geschütze, schwer bewaffnete Infanterie, die auch zahlenmäßig den Verteidigern vielfach überlegen ist.
Mit dem Angriff auf die Stadt beginnt auch die Einkesselung Gorazdes. Die Stadt ist damit von jeder Art Unterstützung abgeschnitten und ganz auf sich selbst gestellt. Gleichzeitig unterbrechen die Angreifer die Strom- und Wasserversorgung. Sie halten die strategisch wichtigen Anhöhen in der Umgebung der Stadt besetzt, von wo aus sie jeden Winkel Gorazdes kontrollieren und beschießen können. Die Menschen können tagsüber nur unter Lebensgefahr ihre Häuser verlassen. Es gibt viele Tote und Verletzte unter der Zivilbevölkerung. Die Frontlinien verlaufen sowohl am rechten wie am linken Drina-Ufer nur ein paar Hundert Meter vom Stadtzentrum entfernt.
Gleichzeitig flüchten sich in den ersten drei Monaten des Krieges tausende Flüchtlinge aus den von den serbischen Milizen überrannten Ortschaften der Umgebung nach Gorazde. Trotzdem es bereits große Versorgungsprobleme in der Stadt selbst gibt, werden die Flüchtlinge untergebracht und so gut es geht versorgt. Im kleinen Krankenhaus von Gorazde führen praktische Ärzte Notoperationen ohne Anästhesie durch, da Gorazde weder Chirurgen noch Anästhesisten hat. Medikamente und Sanitätsmaterial werden immer knapper. Erst nach Monaten können sich Chirurgen und ein Anästhesist von Zenica bzw. Sarajevo aus zu Fuß durch die feindlichen Linien nach Gorazde durchschlagen.

Von Mai bis Anfang August 1992 ist die Lage in Gorazde verzweifelt. Im Juli stehen die serbischen Panzer schon an der Stadtperipherie. Am schwersten sind die Wochenenden, da dann die Angreifer durch "Wochenendkämpfer" aus Serbien und Montenegro sowie durch Söldner Verstärkung erhalten. Dennoch hält die Verteidigung stand.
"Es ist uns gelungen, was eigentlich militärisch unmöglich schien," erklärt mir Esma D., eine der beiden einzigen Frauen in der Verteidigung Gorazdes: "mit wenigen Gewehren, selbstgebastelten Granaten und kaum Munition die Verteidigungslinie gegen diese extreme Übermacht zu halten. Wir haben so viel wie möglich geblufft, den Eindruck erweckt, als seien wir viel mehr und besser bewaffnet ...Viele von uns starben oder wurden verwundet in diesem ungleichen Kampf, aber das konnte unsere Entschlossenheit nicht beeinträchtigen, den Fall Gorazdes unter allen Umständen zu verhindern ... Wir wussten zu gut, was mit den Menschen hier geschehen würde, wenn die Stadt fallen würde ...".
Im August 1992 gelingt den Verteidigern dann sogar ein völlig verblüffender Überraschungscoup, mit dem sie zuerst die Anhöhen auf dem linken Drina-Ufer und schließlich im September auch das rechte Ufer befreien. Dabei erbeuten sie zahlreiche Geschütze und einige Panzer, die vom Aussichtspunkt "Rorove" drei Monate lang die Stadt terrorisiert haben. Diese gelungene Befreiungsaktion führt schließlich zur Befreiung eines Gebiets von ca. 150 qkm. Allerdings wird in dieser Aktion auch die serbische Bevölkerung aus diesem Gebiet vertrieben und ihre Häuser zerstört. Rache- und Hassgefühle führen teilweise auch zu Vergeltungsaktionen gegenüber serbischen Zivilisten.
Die Frontlinien liegen nun im Norden ca. 30 km, im Südwesten ca. 15 km vom Zentrum Gorazdes entfernt. Die Situation in der Stadt entspannt sich. Die Intensität der Granatierung lässt nach. Die Menschen haben Hoffnung, sie hätten das Schlimmste überstanden.
Doch nun rücken die Probleme des täglichen Überlebens unter der Blockade an die erste Stelle.
Leben unter totaler Blockade
Der Hunger
Je länger die Blockade dauert, desto schlimmer wird der Hunger in der Stadt. Nach ca. drei Monaten sind alle Nahrungsmittelreserven aufgezehrt. Die Lage wird immer verzweifelter. Mit allen Mitteln versuchen die Menschen, Nahrung zu beschaffen. Alle diese Anstrengungen sind aufgrund der massiven Granatierung lebensgefährlich.
Fadila B. (Name geändert) erzählt: "Wir haben direkt hier zwischen den Wohnblöcken jedes Stückchen Erde genutzt, um Kartoffeln oder Gemüse anzubauen. Wir arbeiteten nachts oder in den frühen Morgenstunden, wenn es noch neblig war und sie aus Sichtmangel nicht granatierten." Munira L. (Name geändert) ergänzt: "Ohne Brennesseln hätten wir nicht überlebt. Wir haben Brennesseln gesammelt, natürlich war auch das lebensgefährlich ... Aber das Leben in Gorazde war überhaupt lebensgefährlich. Mit der Zeit stumpfst Du gegenüber der Gefahr total ab. Jedenfalls haben wir aus den Brennesseln Suppe gekocht, sie als Gemüse gegessen - und falls wir irgendwo Mehl ergattert hatten, gab es Pita mit Brennesseln." Und mit typisch bosnischem Humor fügt sie hinzu: "Sollen ja sehr gesund sein, Brennesseln ...".
Gorazder Amateurfunker halten die einzige Verbindung zur übrigen Welt aufrecht.
Esma erzählt, wie sie verzweifelt ihre Nachrichten über die Lage in Gorazde an Radio- und Fernseh-Stationen, Zeitungen, Regierungen, die UN ... schickten. Sie baten um dringende Hilfe, wenigstens humanitäre Hilfe. Noch immer hofften die Menschen in Gorazde auf Unterstützung - durch UNPROFOR (die UN-Schutztruppen in Bosnien), das UNHCR (UN-Flüchtlingshilfswerk), die Regierungen Europas und der USA, die bosnische Regierung in Sarajevo. Doch je mehr Zeit verstrich, desto mehr begriffen sie, dass sie auf sich allein gestellt waren.
Im Herbst 1992 gibt es die ersten Hungertoten, überwiegend kleine Kinder.
Der erste kleinere humanitäre UN-Konvoi erreicht schließlich Gorazde nach 6 ˝ Monaten Hungersnot, Ende November 1992. Es ist der erste UN-Konvoi, den die Belagerer passieren lassen (zu welchen Bedingungen, ist nicht klar). Aber die Lebensmittel sind nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein für 69 000 hungernde Menschen in der Region Gorazde.
Ein weiterer, größerer Transport für Gorazde trifft Anfang Januar 1993 ein, nachdem der Bürgermeister von Sarajevo erklärt hat, dass die BürgerInnen von Sarajevo die Annahme humanitärer Hilfe verweigern, wenn nicht auch Gorazde versorgt wird. Die Solidarität der Menschen in Sarajevo gibt den Gorazdern neuen Mut. Bei der Verteilung der Güter des Konvois erhält jede Person 2 kg Mehl und 100g Käse. Der nächste Konvoi erreicht Gorazde erst Anfang Mai 1993 ...

Lebensmittelmärsche
Ab Herbst 1992 versuchen Tausende Gorazder in tage- und vor allem nächtelangen Märschen durch die feindlichen Linien hindurch Lebensmittel für ihre Familien zu beschaffen. Über die Berge (hauptsächlich den 1700 m hohen Berg Grebak), über unwegsames Gelände, je nach Jahreszeit durch Tiefschnee oder Schlamm, von den feindlichen Stellungen beschossen, versuchen sie, das "freie bosnische Gebiet" zu erreichen, um dort in den Dörfern um Nahrungsmittel zu bitten. Andere versuchen, über die grüne Grenze nach Montenegro zu gelangen und von den muslimischen Bewohnern der Grenzdörfer Lebensmittel zu erhalten. Mit bis zu 70 kg schweren Lebensmittel-Rucksäcken auf dem Rücken schlagen sie sich dann wieder nach Gorazde durch. Viele überleben diese Märsche nicht: Sie erfrieren, weil sie sich entkräftet im Schnee ausruhen, werden von Granaten oder Snipern getroffen oder fallen den Belagerern in die Hände. Ohne diese Märsche würde ein großer Teil der Bevölkerung Gorazdes jedoch die Blockade nicht überleben.
Pakete vom Himmel
Schließlich, nachdem auch den Vereinten Nationen klar geworden ist, dass eine humanitäre Versorgung der ostbosnischen Enklaven Srebrenica, Zepa und Gorazde durch Konvois von den Karadzic-Serben systematisch verhindert wird, beschließen sie, die Aktion "Fallschirm" durchzuführen: Notversorgung der Enklaven durch Abwurf von Lebensmitteln aus Flugzeugen. Nach vielfachen vergeblichen Versuchen ab März 1993 gelingen mehrere Abwürfe von Lebensmitteln in den Bergen bei Gorazde Anfang Mai. Zwischen 15.000 und 20.000 Menschen verbringen im Mai jede Nacht im Freien in den Bergen um Gorazde, in der Hoffnung, dass eine der Paletten mit Lebensmittelpaketen in ihrer Nähe herunterkäme und sie das Glück hätten, etwas daraus zu ergattern.
"Es gab manchmal schlimme Kämpfe um die Lebensmittel," sagt Fadila. "Wir waren alle halbverhungert und so verzweifelt - zu Hause hatten wir die Kinder und die Alten, denen wir doch etwas mitbringen mussten. Das war ein unglaublicher Stress. Manche sind sogar mit dem Messer aufeinander losgegangen. Dann mussten die Soldaten eingreifen ... Oft sind wir mit leeren Händen zurückgekehrt ... Nur einmal hatten wir richtig Glück und haben einen Sack mit Mehl ergattert. Ich weiß gar nicht mehr, wie wir den transportiert haben. Aber das hat uns wochenlang gerettet."
In einer Nacht öffnet sich bei mehreren Paletten der Fallschirm nicht. Eine der ca. eine Tonne schweren Paletten tötet vier Menschen und verletzt einen schwer.
"Die ,Pakete vom Himmel' waren sicher nur eine Notlösung, aber in dieser Zeit waren sie unsere einzige Hoffnung zum Überleben," erklärt mir Harisa M. (Name geändert). "Es gab uns außerdem das Gefühl, dass wir nicht völlig vergessen sind."
Strom und Wasser
Mit Beginn der Angriffe im Mai 1992 ist Gorazde für ca. fünf Jahre von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten.
Gebrauchswasser holen die Menschen aus der Drina oder einem kleinen Seitenflüsschen. Trinkwasser schöpfen sie an Quellen, von denen es in der Umgebung von Gorazde mehrere gibt. Wasser zu holen bedeutet nicht nur Schwerstarbeit, sondern immer auch Lebensgefahr.
Zur Gewinnung von Strom basteln die Gorazder mit der verzweifelten Kreativität von Menschen in Notsituationen Hunderte unterschiedlichster Stromaggregate: ob mit Hilfe von Waschmaschinen- oder Betonmischer-Motoren kleine Wasserkraftwerke in der Drina, oder Stromaggregate, die - mit einem alten Fahrrad oder mit einer Handkurbel betrieben - Strom für ein Radio erzeugen. Denn das Radio bedeutet - neben dem Amateurfunk - die einzige Brücke zur Welt.
Die schlimmsten Angriffe
Trotz Blockade, Granatierung und Hunger gelingt es den Verteidigern von Gorazde (inzwischen Teil der Armee der Republik Bosnien-Herzegowina - Armee RBiH), bis Ende Mai 1993 die Verteidigungslinie aufrechtzuerhalten. Im Mai 1993 beginnt jedoch ein erneuter Angriff der Karadzic- und Mladic-Truppen, verstärkt durch zahlreiche frische Einheiten aus Serbien und Montenegro, sowie durch überwiegend russische und rumänische Söldner, die sich durch besondere Brutalität auszeichnen. Auf Gorazde werden täglich an die 3.000 Granaten und Raketen abgefeuert. Über 40 muslimische Dörfer im Umkreis Gorazdes werden geplündert, zerstört und verbrannt, die Bevölkerung teilweise ermordet, die Überlebenden vertrieben. Tausende neue Flüchtlinge suchen Schutz im schon völlig überfüllten und halb zerstörten Gorazde.
Die Verteidiger - unterernährt und zahlenmäßig wie auch von ihrer Ausrüstung vielfach unterlegen, mit vielen Toten und Verletzten - müssen immer weitere Gebiete aufgeben. Die Front rückt Gorazde immer näher. Das Leben in der Stadt unter der pausenlosen Granatierung ist die Hölle. In 16 Tagen werden 477 Menschen durch Granaten getötet und fast 1000 verwundet. Die meisten von ihnen sind Kinder.
Das kleine Gorazder Krankenhaus ist im absoluten Ausnahmezustand. ÄrztInnen und Krankenschwestern arbeiten fast ohne Pause, um die Verletzten zu versorgen. Nur mit Hilfe von Chirurgen aus Sarajevo, die sich zu Fuß durch die feindlichen Linien geschlagen haben und einigen Ärzten von "Ärzte ohne Grenzen" können die zahllosen Opfer der Granatierung operiert werden. Viele von ihnen sterben dennoch aufgrund des Mangels an Medikamenten und Behandlungsmöglichkeiten und der Verweigerung von lebensrettenden Evakuierungen von seiten der Angreifer.
Am 15. Juni 1993 setzen die Karadzic-Serben erstmals Granaten mit Giftgas gegen Gorazde ein.
Am 16. Juni trifft die seit langem angekündigte achtköpfige Delegation der UN-Militärbeobachter endlich in Gorazde ein. (Am 6. Mai 1993 hatte der UN-Sicherheitsrat u.a. Gorazde zur UN-Schutzzone erklärt.) Nachdem am 19.06. einer der UN-Beobachter von einer Granate schwer verletzt wurde, reduzieren die Karadzic-Serben vorübergehend die massive Granatierung der Stadt.
Die Frontlinie stabilisiert sich wieder. Das "Leben" in Gorazde mit "mäßiger Granatierung", Hunger, ohne Wasser und Strom geht weiter.
Am 28.03.1994 beginnt dann der schlimmste Angriff auf die Stadt. Bis zum 24.04.94 werden täglich mehr als 10.000 Granaten auf Gorazde abgefeuert. Zeitweise sind es 20 Granaten pro Minute. Erneut fliehen ca. 18.000 Flüchtlinge aus ihren zerstörten Dörfern nach Gorazde.
Die Verteidigungslinie im Südosten wird durchbrochen; die Stadt ist auf engstem Raum eingekreist. Trotz des ersten NATO-Bombardements auf serbische Stellungen gehen die Artillerie-Angriffe von serbischer Seite unvermindert weiter.
Als die Front nur ca. 2000 m vom Stadtzentrum und 500 m vom Krankenhaus entfernt ist, die Panzer schon am Stadtrand stehen, verlässt die Bevölkerung Gorazdes ihre Häuser, sammelt sich auf den Straßen, um sich dem Eindringen der Panzer mit bloßen Händen entgegenzustellen. Am 21.04.94 stellen die Cetniks ein Ultimatum: Gorazde soll sich ergeben, die Bevölkerung sich auf dem Ufer an der Drina aufreihen (dies hatten sie auch von der Bevölkerung Višegrads verlangt, bevor sie diese massakrierten) ansonsten würde Gorazde dem Erdboden gleichgemacht.
In letzter Sekunde, am 24.04.94 treffen die längst angekündigten UN-Blauhelme in der "Schutzzone Gorazde" ein, nachdem sie zwei Tage lang von serbischen Frauen in Rogatica am Weiterfahren gehindert worden waren. Die Angriffe auf die Stadt flauen etwas ab.
Am 25.04.94 stellt der NATO-Rat den Karadzic-Serben ein Ultimatum, sich aus einer 3 km breiten Zone vom Stadtzentrum Gorazdes aus zurückzuziehen. Ansonsten droht die NATO mit weiteren Bombardements auf die serbischen Stellungen.
Anfang Juni 1994 ziehen sich die Serben zum Schein aus der 3-km-Zone zurück, um kurz danach wieder in ihre früheren Stellungen zurückzukehren.
Die Blauhelme bleiben im Stadtgebiet Gorazdes "zum Schutz" der Stadt. Dennoch wird weiter granatiert, wenn auch weniger heftig.
Ab Ende Mai steigern sich die Angriffe auf die Stadt wieder (nach dem Fall von Srebrenica wird klar, dass Srebrenicas Schicksal auch Gorazde zugedacht war). Nach der Geiselnahme von 34 Blauhelmen durch die Serben am 28. Mai geben die britischen "Schutztruppen" ihre Checkpoints auf - und überlassen sie größtenteils den serbischen Truppen.

Dennoch gelingt es den Verteidigern Gorazdes, die Stadt zu verteidigen und durch mehrere tollkühne Überraschungsangriffe die Frontlinie sogar mehrfach zu durchbrechen. Gorazde kann sich (auch nach dem endgültigen Abzug der Blauhelme Anfang August 1995) bis zum Kriegsende weiter halten.
Die letzte große Gefahr droht allerdings von seiten der internationalen Diplomatie, die Gorazde - zugunsten einer "Gebietsbereinigung" genau wie Srebrenica und Zepa den Serben zuschlagen will. Nur das weltweite Entsetzen über die Massaker von Srebrenica verhindert dies schließlich. Im Abkommen von Dayton (am 21. 11. 1995) wird beschlossen, dass Gorazde weiter zur Föderation gehören und durch eine geschützte Straße mit Sarajevo verbunden sein soll.
Am 30.12.1995 fährt auf dieser Straße der erste "normale Bus" von Sarajevo nach Gorazde. Er kommt mit einer Stunde Verspätung an. Tausende Menschen erwarten ihn.
Allerdings vergehen noch weitere zwei Jahre, bis die Busse zwischen Gorazde und Sarajevo ohne gewalttätige Übergriffe das Gebiet der Republika Srpska passieren können. Erst ganz allmählich verlieren die Bewohner Gorazdes die Angst vor diesen Busfahrten.
Im Herbst 1996 wird die Stadt endlich wieder an die Strom- und im Frühjahr 1997 an die Wasserversorgung angeschlossen.
Der Mut der Verzweiflung
"Wie habt Ihr diese dreieinhalb Jahre Hölle eigentlich ausgehalten? Woher habt Ihr den Mut und die Kraft genommen?" frage ich meine Gesprächspartnerinnen jeweils. "Wir mussten doch, es gab ja doch gar keine Wahl - schon wegen der Kinder," entgegnet mir Harisa. "In so einer Situation denkst Du gar nicht darüber nach, ob Du noch kannst, Du machst einfach das, was getan werden muss. Es ist unglaublich, wie der Mensch unter solchen Umständen funktionieren kann... Aber ich möchte so etwas nie mehr erleben müssen. Noch einmal könnte ich das nicht ertragen."
"Nachdem wir wussten, was in Višegrad und Foca geschehen war, war klar, was uns bevorstehen würde," sagt Enisa. "Und da wussten wir, dass wir das verhindern mussten. Wir kämpften nicht nur ums Überleben, sondern um unsere Freiheit, unsere Würde, unsere Zukunft." "Natürlich hofften wir zu Anfang auf Hilfe - von der bosnischen Regierung, von der bosnischen Armee, von den UN, von den europäischen Staaten, von Amerika," erklärt mir Munira. "Es war bitter zu merken, dass da keine Hilfe kommt, dass wir hier total allein sind ... aber da wächst in dir der Mut der Verzweiflung ...".
Gorazde heute
Die Situation in Gorazde heute - mehr als 7 Jahre nach Kriegsende - ist noch immer überaus schwierig. Zwar sind die Häuser im Zentrum der Stadt überwiegend wieder aufgebaut, an der Peripherie und vor allem in den umliegenden Ortschaften sind die Spuren des Krieges aber noch überdeutlich.
Noch weniger hat sich die Wirtschaft und die Infrastruktur von den Kriegsschäden erholt. Nur wenige Fabriken arbeiten, und das mit ganz geringer Kapazität. Sie sind inzwischen privatisiert, doch es fehlt das Kapital für den Neuanfang. Nur ca. ein Drittel der arbeitsfähigen Bevölkerung hat Arbeit. Doch auch die Arbeitenden warten oft monatelang auf ihren Lohn.
In Gorazde leben neben einer Wohnbevölkerung von 25.606 Menschen noch immer 11.340 Flüchtlinge aus der Umgebung, die in ihre Dörfern - jetzt in der Republika Srpska - bisher nicht zurückkehren konnten.
Von den ehemaligen serbischen Einwohnern sind während des Krieges nur wenige geblieben und sehr wenige nach dem Krieg zurückgekehrt. Viele haben ihre Häuser verkauft und leben nun in der Republika Srpska oder in Serbien. Viele, die erst jetzt zurückkehren, finden keine Wiederaufbauhilfe für ihre zerstörten Häuser mehr, da sich die meisten Geldgeber aus Bosnien-Herzegowina zurückgezogen haben.
Rada (Name geändert), eine der wenigen, die mit ihrer Familie zurückgekommen ist und nun ihr Elternhaus wiederaufbauen möchte, schildert mir die Schwierigkeiten: "Die ökonomische Situation hier ist fast auf Null, die Menschen sind verzweifelt, finden keine Arbeit, wissen nicht, wovon sie leben sollen. Und nach allem, was sie im Krieg hier erlebt haben ... als Serbin habe ich da noch weniger Chancen, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Aber ich lasse mich nicht unterkriegen. Jeden Tag bin ich unterwegs, um die Dokumente und Genehmigungen für den Wiederaufbau meines Elternhauses zusammenzubekommen. Ich habe nach vielen Monaten nun doch erreicht, dass wir in ein Wiederaufbauprogramm aufgenommen wurden ... Außerdem engagiere ich mich bei Anima in dem Projekt "Gewalt in der Familie". Das Wichtigste ist, nicht in Depression zu versinken und nicht allein zu sein. Von meinen Kolleginnen bei "Anima" habe ich viel Unterstützung und was das Wichtigste ist, wir können wirklich offen miteinander reden ...".
In all den Gesprächen mit den Menschen in Gorazde werden immer wieder zwei Hauptprobleme deutlich: Einerseits die verzweifelte ökonomische Situation und Perspektivlosigkeit, die die Menschen mehr und mehr die Hoffnung verlieren lässt und viele junge Leute ins Ausland treibt.
Andererseits ist überdeutlich, dass die extremen Traumata des Krieges noch immer dicht unter der dünnen Oberfläche des Nachkriegsalltags liegen.
Hinzu kommt, dass die traumatischen Erfahrungen die Ursache für viele zusätzlichen Probleme sind, wie schwere Erkrankungen (Krebs, Herzkrankheiten, Schlaganfälle), Alkohol- und Drogenprobleme, familiäre Schwierigkeiten, insbesondere Gewalt in der Familie ...
Trotz des immensen Bedarfs gibt es keinerlei psychologische Hilfsangebote in ganz Gorazde. Die Frauen-Organisation "Anima" bemüht sich schon seit Jahren darum, insbesondere für Frauen, Kinder und Jugendliche psychosoziale Hilfe zu ermöglichen. Allerdings ist es fast unmöglich, für solche Programme Geldgeber zu finden.
"Als wir - nach Beendigung der Blockade - Gelder für Programme zur psychosozialen Hilfe beantragten," erzählt Bera P., eine der Anima-Aktivistinnen, "beschieden uns die Geldgeber, dass die Zeit für solche Programme in Bosnien nun vorbei sei. Dass wir in Gorazde nie irgendeine Form von psychologischer Hilfe gehabt hatten, dass wir die Hölle überlebt hatten, das interessierte niemand. Stattdessen bekamen wir Geld für ein Projekt ‚Modenschau'."
Der Erholungsaufenthalt im SEKA-Haus war für die Gruppe aus Gorazde die erste Möglichkeit, psychologische Hilfe zu bekommen.

Die Frauen-Organisation
"Anima - Gorazde"
Im Dezember 1996 gründeten Gorazder Frauen eine Frauen-Vereinigung. Sie wollten dem Grauen und der Unmenschlichkeit des Krieges, den sie überlebt hatten, eine Vision entgegensetzen: die Vision einer menschlichen Gesellschaft, in der die Frauen eine wichtige Position einnehmen sollten. Sie nannten ihre Organisation daher "Anima", nach dem weiblichen Aspekt der menschlichen Seele.
"Anima" sollte die Frauen in der Nachkriegsgesellschaft in allen gesellschaftlichen Bereichen fördern, stärken und unterstützen, sowie sie ermutigen, sich am Aufbau einer demokratischen, multinationalen Gesellschaft maßgeblich zu beteiligen. Gleichzeitig sollte "Anima" Frauen in Notsituationen Hilfe leisten und die Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung von Frauen der verschiedenen nationalen / religiösen Gruppen fördern.
Um diese Ziele zu verwirklichen, richteten die Frauen von "Anima" ein Frauenzentrum ein - als Treffpunkt, aber auch als Zentrum zur Fortbildung und Qualifizierung, z.B. mit Computer- und Englischkursen für Frauen und Jugendliche.
In einem Programm "Gesundheitsvorsorge für Frauen" informierten Aktivistinnen von "Anima" Frauen in Gorazde sowie auch in verschiedenen Dörfern in der Republika Srpska über Verhütungsmöglichkeiten und Schutz vor Aids. In einer weiteren Seminarreihe informierten sie Frauen über Möglichkeiten von Existenzgründungen (allerdings zeigte sich in diesem Programm, dass den meisten Frauen die finanzielle Mindestvoraussetzung für eine Existenzgründung einfach fehlte). Sie gründeten ein SOS-Telefon für Opfer von familiärer Gewalt und beteiligen sich an einem Programm zur Prävention bzgl. familiärer Gewalt. Darüberhinaus fördern sie in Seminaren mit Jugendlichen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen die Verständigung untereinander.
Die meisten der Aktivistinnen von Anima haben den Krieg in Gorazde überlebt, andere sind Rückkehrerinnen, es sind Bosniakinnen, Serbinnen, Frauen aus unterschiedlichen Berufen, Frauen, die häufig selbst ums Überleben ihrer Familien kämpfen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie sich trotz aller Widerstände mit großer Energie für ihr Gemeinwesen einsetzen. Dieses Engagement treibt sie allerdings oft an den Rand der Erschöpfung. -Insbesondere die ständigen finanziellen Probleme verbunden mit dem Rückzug vieler internationaler Organisationen aus Bosnien-Herzegowina bedrohen das Projekt.
So musste die Arbeit des SOS-Telefons vor kurzem beendet werden, da die Mindestfinanzmittel fehlten. Das geplante und dringend notwendige Programm psychosozialer Hilfe (Gruppenarbeit und Einzelberatung) konnte bis heute - genauso wie die Rechtsberatung - nicht verwirklicht werden, da kein Geldgeber dafür zu finden ist. Koordinatorin Vesna K. bietet dennoch in dringenden Fällen Gespräche an, wenn Frauen in Krisensituationen Hilfe suchen.
In den letzten Wochen hat sich die Situation noch mehr zugespitzt: Die Frauen von Anima befürchten, auch noch die Räume für das Frauenzentrum zu verlieren, da sie die Kosten für Miete, Strom und Telefon (monatlich ca. 250,- Euro) nicht mehr aufbringen können. Das wäre ein großer Verlust nicht nur für die Frauen, sondern für das Gemeinwesen von Gorazde überhaupt.

Rückreise
Nach sieben intensiven Tagen in Gorazde fahren wir zurück -über Sarajevo. Dann die lange Busfahrt nach Split. Der Frühling ist nun in Bosnien angekommen. Zartgrüne Bäume und blühende Büsche säumen unseren Weg. Ich bin in Gedanken noch immer in Gorazde, sehe die freudigen Gesichter der Frauen und Kinder vor mir, spüre wieder die Herzlichkeit und Wärme, mit der sie uns empfangen und alles mit uns geteilt haben. Viele Gespräche sind mir noch im Ohr ...
Und ich weiß, ein Teil meiner Seele ist da geblieben, im weiten Tal der blaugrünen Drina - bei den Menschen, die sich trotz all des erfahrenen Schmerzes ihre Menschlichkeit bewahrt haben, ihre Herzlichkeit, ihre Gelassenheit, ihre Würde, ihre bosnische Dickköpfigkeit und ihren wundervollen Humor.
"Wann kommt Ihr wieder?" haben uns alle beim Abschied gefragt. "Ich hoffe, bald!" sagte ich und ich wünsche mir, dass es stimmt.
Gabriele Müller
Anmerkung
Der Krieg in Bosnien-Herzegowina begann Anfang April 1992 mit dem Angriff der Jugoslawischen Volksarmee (JNA) auf die ostbosnischen Städte Bijeljina, Zvornik und Višegrad.