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SEKA-Journal Nr. 9 - Dezember 2001 |
Bei strahlend schönem Wetter machen wir (Henni Bartram und ich, Gabriele Müller) uns auf die Fahrt nach Zentralbosnien. Wir wollen die Frauen und Kinder unserer dritten 'Sommergruppe' in Donji Vakuf besuchen, ich will wieder einmal einen persönlichen Eindruck über die aktuelle Situation in Bosnien-Herzegowina gewinnen, und für Henni ist es der erste Besuch in Bosnien-Herzegowina. Für sie ist es wichtig, mehr darüber zu erfahren, woher viele der Frauen und Kinder kommen, die wir ins SEKA-Haus einladen. Wie sie leben und warum es so wichtig für sie ist, daß es SEKA gibt.
An der Grenze bei Kamensko geht alles ohne Probleme, doch bereits in Livno will unser alter Bus nicht mehr weiter. Nach 1 ½ stündiger vergeblicher Reparatur werden wir von einem anderen Bus aufgenommen.
Wie immer, wenn ich in gewissen Abständen nach Bosnien-Herzegowina fahre, bin ich sehr gespannt, was sich in der Zwischenzeit wohl verändert hat, welche Fortschritte der Wiederaufbau des Landes gemacht hat.
Schon auf der Hochebene vor Kupres wird deutlich, daß das Wiederaufbauprogramm endlich auch die entlegeneren ländlichen Gebiete erreicht hat. In vielen der bisher völlig zerstörten kleinen Dörfer und Weiler regt sich wieder Leben, und ein guter Teil der Häuser wird wieder instandgesetzt oder neu gebaut.
Kupres schließlich, ein Ort, der nach der Rückeroberung durch die kroatisch-bosnische HVO jahrelang völlig zerstört war, ist inzwischen fast ganz wieder hergestellt.
Auch auf der Weiterfahrt Richtung Bugojno zeigt sich, daß in diesem Teil Bosniens der Wiederaufbau deutlich vorangekommen ist.
Der Müll, der während des Krieges, aber auch noch lange danach, Straßen säumte, in den Flüssen trieb, oder vom Wind getragen in den Bäumen hing, ist fast ganz verschwunden. Die bosnische Landschaft, die romantischen Flußtäler, die sanften Rundungen der grünen Berge, der herbstlich buntgefärbte Wald sehen im goldenen Oktober-Sonnenlicht wunderschön und so friedlich aus: die Idylle einer Urlaubslandschaft, wäre da nicht das Bewußtsein, daß in weiten Teilen der Wälder und Wiesen noch immer Minen versteckt liegen.
Dennoch freue ich mich, daß es - sechs Jahre nach Kriegsende - zwar langsam aber doch sichtbar vorwärts geht.
Bugojno, eine relativ große Stadt, die während des Krieges jahrelang massiv granatiert wurde und in der es 1995 fast kein unbeschädigtes Haus mehr gab, ist zu großen Teilen wieder aufgebaut. Einige Gebäude sind geradezu prunkvoll renoviert, so die wunderschöne alte Moschee, die große katholische Kirche, das Gymnasium, das wie eine rosa Torte mit Zuckerguß aussieht. Außerdem wurde ein riesiges islamisches Zentrum mit großer Moschee neu erbaut.
An vielen Häusern in der Innenstadt sind die Spuren des Krieges noch deutlich zu sehen: Granaten-Einschüsse, Splitternarben, ausgebrannte Wohnungen. Oft jedoch finden sich in einem bizarren Nebeneinander im Erdgeschoß desselben Hauses ein in Glas, Chrom und Neonlicht gestylter Laden oder ein ebenso gestyltes Café. Zu kaufen gibt es inzwischen für die, die Geld haben, wieder fast alles.
Schließlich erreichen wir ohne weitere Panne Donji Vakuf.
Jedesmal wenn ich über die Brücke in den Ort fahre, sehe ich wieder das Bild vor mir, wie die Stadt im Spätherbst 1995 nach der Rückeroberung durch die bosnische Armee ausgesehen hat:
Die schwarz verkohlten Überreste der bereits 1992 von serbischen Milizen gesprengten Brücke, die notdürftig von UNPROFOR (den UN-Truppen in Bosnien) geflickt worden war, der Checkpoint davor mit den aufgestapelten Sandsäcken, dann der Ort, oder das was davon übrig war: eine Geisterstadt voller zerschossener, verbrannter Ruinen, fast ohne eine Menschenseele, Müllberge an den Ufern des Vrbas-Flusses, Müll im Fluß und bis hoch in den Bäumen.

An dieses trostlose Bild erinnern heute nur noch einige Gebäude im Ort, so das einstige Hotel, das uns noch immer mit geschwärzten Fensterhöhlen entgegenstarrt, das zerschossene Freizeit- und Sportzentrum, gerade vor Kriegsbeginn fertiggestellt und nie eingeweiht, oder das mehrgeschossige Wohnhaus am Ufer des Vrbas, dessen geschwärzte Mauern und teilweise noch nicht sanierte ausgebrannte Wohnungen an den einstigen Dauerbeschuss erinnern.
Das Donji Vakuf von heute hat - wenn man diese Zeugen der Vergangenheit einmal ausläßt - auf den ersten Blick wieder zu seiner Normalität zurückgefunden. Fast alle Häuser wurden wieder aufgebaut oder sind im Bau. Die Straßenbeleuchtung funktioniert, wie auch die Strom- und Wasserversorgung. Es gibt viele kleine Läden, drei Schulen, einen Kindergarten, eine Moschee, eine große orthodoxe und eine kleine katholische Kirche, alle instandgesetzt, die große Holzverarbeitungsfabrik, die allerdings nur minimal arbeitet, Gemeindeverwaltung und - was besonders ins Auge fällt - ungewöhnlich für eine bosnische Kleinstadt: überall sehen wir kleine Rasenflächen mit Blumenrabatten, die dem Städtchen eine freundliche einladende Ausstrahlung geben.
Kaum daß wir aus dem Bus gestiegen sind, umarmt uns eine blasse, aber erleichterte Timka O., die seit zwei Stunden auf uns gewartet hat und sich schon große Sorgen machte. Die Busgesellschaft hatte nicht mitgeteilt, daß wir eine Panne hatten.
Herzlich werden wir auch von Timkas Mann begrüßt, der uns mit dem Auto abholt; im Haus des Ehepaars werden wir wohnen.
Schon kurz nach unserer Ankunft kommen einige der Frauen aus der Gruppe, die in der Nähe wohnen, um uns begeistert zu begrüßen. Ein Treffen mit allen Frauen und Kindern der Gruppe findet dann am nächsten Vormittag statt.

Alle sind gekommen außer Dzemila1 und ihrem kleinen Sohn Amir, die sehr abgelegen in einem Weiler an der Straße Richtung Jajce leben und nicht informiert werden konnten. Wir beschliessen, Dzemila und Amir am folgenden Tag zu besuchen.
Frauen und Kinder begrüßen uns begeistert. Auch Henni wird sehr herzlich aufgenommen, obwohl sie sie ja noch nicht kennen.
Die Organisatorinnen von "Anima" haben einen großen Tisch mit Getränken und Knabberzeug vorbereitet. Wir haben kiloweise Mandarinen und getrocknete Feigen mitgebracht - als kleine Erinnerungen an die Insel Brac.
Nun sitzen wir in großer Runde - "wie auf der SEKA-Terrasse", wie eine der Frauen feststellt, - und erzählen uns, was in der Zwischenzeit geschehen ist.
Der Alltag in Donji Vakuf ist nach wie vor hart. Auf jede erdenkliche Art versuchen die Frauen, ein wenig Geld zu verdienen: durch Handarbeiten, Putzen in kleinen Privatfirmen, den Verkauf selbstgemachter Bilder und anderes mehr. Glücklicherweise haben die meisten einen Garten oder ein Stück Feld (Donji Vakuf ist eine sehr ländliche kleine Stadt), auf dem sie Kartoffeln und Gemüse ziehen, ohne das sie jetzt nicht überleben könnten.
Der Winter steht vor der Tür, Holz zum Heizen muß beschafft werden - die Winter hier sind kalt und schneereich!
Eine alte Frau, Hafa, die bei ihrem Sohn lebt, hat den "Delogierungs-Befehl" bekommen, d.h. sie haben noch ca. drei Wochen Zeit, sich eine andere Wohnung zu suchen, da die ursprünglichen Besitzer wieder in die bisherige Wohnung zurückkehren wollen. Es ist schwer, vor allem jetzt so kurz vor dem Winter, etwas anderes zu finden, - sicherlich wird jede neue Unterkunft schlechter sein - wieder ein altes kaputtes Haus, in dem derzeit niemand lebt und das notdürftig bewohnbar und winterfest gemacht werden muß. Das einst völlig zerstörte eigene Haus von Hafa ist erst im Bau. Immer wieder erstaunt und berührt mich die Gelassenheit, mit der die Bosnierinnen diese nicht enden wollenden Schwierigkeiten hinnehmen. "Es wird sich schon etwas finden," meint Hafa, "und nächstes Jahr können wir vielleicht schon wieder in unserem eigenen Haus leben!"
Neben den aktuellen Themen nehmen aber auch die Erinnerungen an die Zeit im SEKA-Haus einen wichtigen Raum in unserem Gespräch ein. Frauen und Kinder erinnern sich gegenseitig an die Tage am Strand, an das Meer, kleine lustige Begebenheiten, die ich schon vergessen hatte, an die Abende, die Gruppenarbeit und nicht zuletzt an das wundervolle Essen (Marija, unserer Köchin, müssen die Ohren geklingelt haben!).
Während sie über die Erfahrungen in "Kuca SEKA" sprechen, verändern sich ihre Gesichter: die Augen strahlen, sie scherzen und lachen und sind mit einem Mal wieder unbeschwert - wie im Sommer am Strand.
Als ich sie frage, ob es sehr schwer war, nach dem Aufenthalt in SEKA wieder hierher zurückzukehren, sagt eine der Frauen: "Weißt Du, unser Leben hier ist noch immer sehr schwierig, aber wir haben bei Euch soviel neue Kraft bekommen und Mut und Zuversicht, daß uns das hilft und es uns leichter macht!" - "Und wir haben durch die Gruppe Freundinnen gefunden, die wir vorher nicht oder nicht gut kannten. Wir besuchen uns jetzt gegenseitig und helfen uns", ergänzt eine andere.
Eine der ältesten aus der Gruppe meint: "Ich konnte fast nicht mehr gehen, als ich zu Euch kam. Das Schwimmen im Meer war für mich wirklich Medizin, aber auch die Liebe, mit der ihr uns verwöhnt habt, sodaß ich einmal alle Sorgen vergessen konnte. Jetzt kann ich fast normal gehen und habe kaum noch Schmerzen!"
Schließlich betonen alle: "Es ist einfach schön zu wissen, daß es Euch da gibt in Kuca SEKA, und immer wieder an Euch zu denken. Und wer weiß, vielleicht können wir Euch irgendwann wieder besuchen."

Natürlich machen wir noch viele Fotos und verabreden mit einigen der Frauen und Kinder, sie auch noch zu Hause zu besuchen.
Dann ist schon "Radio Donji Vakuf" da, um ein Interview mit mir zu machen, über "Kuca SEKA" und die Zusammenarbeit von SEKA und "Anima".
Als dies erledigt ist, lernen wir die verschiedenen Projekte von "Anima", bzw. deren Ergebnisse kennen.
An diesem und an den beiden folgenden Tagen besuchen wir noch einzelne der Frauen und Kinder zu Hause. Auf dem Weg nach Jajce (einer der benachbarten Städte) gelingt es uns, Dzemila und Amir ausfindig zu machen, die zuerst sprachlos sind vor Freude.
Dann zeigt es sich, daß es gut ist, daß wir gekommen sind: Dzemila und Amir leben nicht nur in bitterster Armut - von 30,- DM Sozialhilfe monatlich - in einem alten, feuchten Haus, sie leben auch in ständiger Angst vor dem ehemaligen Lebenspartner Dzemila, Amirs Vater, der sporadisch auftaucht und Dzemila erst vor kurzem wieder schwer mißhandelt hat.
Von den Nachbarn in diesem trostlosen Weiler kann sie keine Hilfe erwarten, Telefon hat hier niemand. Sie weiß nicht, wie sie im Notfall Hilfe rufen kann.
Dzemila weint aus Schmerz und Angst, aber auch aus Erleichterung, daß wir gekommen sind, daß sie doch nicht ganz allein ist.
Timka und Safija V. von "Anima" versprechen Dzemila, zu der sie bisher keinen Kontakt hatten, da Dzemila durch das Zentrum für Sozialarbeit für den Erholungsaufenthalt in SEKA vorgeschlagen worden war, sich gemeinsam mit der (allerdings sehr überlasteten) Sozialarbeiterin von Donji Vakuf um eine andere Wohnmöglichkeit für Dzemila und ihren kleinen Sohn zu kümmern, möglichst in Donji Vakuf. Damit hätte Dzemila ein Netzwerk von Kontakten (die Frauen der Gruppe) und könnte sich stets an die "Anima"-Frauen wenden.
Gleichzeitig schlage ich vor, mit Dzemila einen Termin im Medica Therapiezentrum in Zenica zu organisieren, um abzuklären, ob sie und Amir für einige Monate dort stationär aufgenommen werden könnten. Dies hatte ich Dzemila bereits im Sommer vorgeschlagen, da sie weder die Kriegserlebnisse noch den Tod ihrer kleinen Tochter vor einem Jahr verarbeitet hat, die vor Dzemilas Augen von einem Auto überfahren wurde. Die zusätzliche Gewalterfahrung macht meines Erachtens einen solchen stationären Therapie-Aufenthalt nur noch dringender. Auch für Amir, der mit der Sorge und Angst um seine Mutter maßlos überfordert ist, würde das eine große Entlastung bedeuten.
Als wir uns schließlich verabschieden, ist Dzemila ruhig und fühlt Zuversicht. Nun kann sie sich auch über die mitgebrachten Lebensmittel freuen.
Dieser und der folgende Tag sind ausgefüllt mit weiteren Besuchen bei Frauen der Gruppe, aber auch bei Freundinnen, die ich aus der Kriegszeit kenne. So fahren wir auch nach Jajce, eine der ehemals schönsten Städte Jugoslawiens, die in diesem Krieg zu einer einzigen Ruine gemacht wurde. Inzwischen hat sich auch dort die Atmosphäre gewandelt. Der Eindruck von Agonie und Depression ist gewichen, es herrscht vorsichtige Aufbruchstimmung.
Auch Bugojno besuchen wir kurz. Ich möchte, daß Henni möglichst viele Eindrücke von Zentralbosnien gewinnen kann.
Während unserer Besuche, aber auch mit den Frauen von "Anima" und mit unserer Gastgeberfamilie führen wir viele intensive Gespräche - bis spät in die Nacht: über die Kriegserfahrungen der Menschen, die noch immer für alle sehr präsent und schmerzlich sind, über die Situation in Donji Vakuf und Zentralbosnien heute, wie auch über die Arbeit von "Anima". Die wichtigsten Informationen aus diesen Gesprächen habe ich im Folgenden zusammengefaßt.
Donji Vakuf liegt malerisch im weiten Tal des Flusses Vrbas umgeben von sanften hügelartigen Bergen. Die Kleinstadt hatte auch vor dem Krieg einen eher ländlichen Charakter, obwohl sie gleichzeitig an einem Verkehrsknotenpunkt lag, der Nordbosnien mit der Herzegowina und Dalmatien, sowie Kroatien und die bosnische Krajina (Westbosnien) mit Sarajevo und Ostbosnien verband. Vor dem Krieg lebten etwa 24 000 Einwohner in der Stadt, davon ca. 55% Muslime, etwa 37 % Serben und 2% Kroaten, die restlichen 6% sahen sich als Jugoslawen (die sich keiner Nationalität zuordnen wollten).
Donji Vakuf lebte überwiegend von der Holzindustrie (in der Holzfabrik, dem größten Betrieb des Ortes, arbeiteten damals allein 8000 Menschen) und vom Holzhandel. Außerdem gab es Gipsgruben, eine Gipsfabrik mit ca. 3000 Arbeitsplätzen, sowie Transportbetriebe und Landwirtschaft im Umland. Der "Dom zdravlja" (eine Mischung zwischen Ambulanz und Poliklinik) hatte immerhin 99 Beschäftigte.
Donji Vakuf war keine reiche Stadt, aber, wie mir immer wieder versichert wurde, hatten alle ihr Auskommen und lebten zufrieden - in der Regel im eigenen Haus.
In Donji Vakuf gab es allerdings auch zwei Kasernen der Jugoslawischen Volksarmee, die zu Kriegsbeginn 1992 eine wichtige Rolle spielen sollten.
Der "heisse" Krieg begann in Donji Vakuf am 30. April 1992 mit der Sprengung der Brücke über den Vrbas durch serbische Milizen. Fünf Menschen starben auf der Brücke. Die gewaltige Detonation ließ den ganzen Ort erzittern. Die Sprengung der Brücke war für die verbliebene nicht-serbische Bevölkerung das letzte Zeichen, daß sie fliehen mußten, um ihr Leben zu retten, daß es keinen anderen Ausweg mehr gab.
Schon Wochen vorher hatten Spannung und Angst über der Stadt gelegen: Ostbosnien, Teile Nordbosniens und Sarajevos waren bereits von JVA (Jugoslawischer Volksarmee) und bosnisch-serbischen Milizen besetzt. Es gab Gerüchte über Grausamkeiten und die Vertreibung der nicht-serbischen Bevölkerung in diesen Gebieten.
Auch die lokale SDS (nationalistische Serben-Partei Karadzics) betrieb immer aggressiver großserbische Propaganda. Die beiden Kasernen der JVA, die serbisch dominiert war, machten den Menschen zusätzlich Angst. Dann gab es Kämpfe am Kupres-Paß.
Seit Anfang April tauchten immer mehr unheimlich aussehende Gestalten in der Stadt auf: serbische Cetniks aus der Krajina, waffenstarrend und mit langen Haaren und Bärten bis auf die Brust. Sie fuhren in Autos ohne Nummernschilder, schossen wahllos in die Gegend und begannen den Ort zu terrorisieren. Einen jungen Mann erschossen sie auf offener Straße.
"Einmal", erzählt Timka, die damals im schon 'geteilten' "Dom zdravlja" als Krankenschwester arbeitete, "kamen drei von ihnen in unseren Teil der Poliklinik (dem für 'Nicht-Serben'), setzten sich mit ihren Waffen in die Eingangshalle und blieben da den ganzen Tag, ohne ein Wort zu sagen. Wir hatten alle Angst, niemand sprach sie an. Wir wollten nicht erschossen werden." Die Kinder gingen nicht mehr zur Schule, da die überwiegend serbischen Lehrkräfte den Ort verließen. Seit Anfang April gingen überhaupt die meisten serbischen Familien. Offensichtlich waren sie informiert über das, was geschehen sollte. Kaum jemand informierte allerdings seine nicht-serbischen Freunde, Arbeitskolleginnen oder Nachbarn, was diese noch heute mit Enttäuschung oder Bitterkeit erfüllt. "Wir hatten eigentlich mehr serbische Freunde als muslimische," sagt Timka, "sie haben sich damals alle von uns zurückgezogen."
Auch immer mehr muslimische und kroatische Familien verließen inzwischen Donji Vakuf, da die Situation immer bedrohlicher wurde. Die Gemeindeverwaltung war nun ebenso geteilt wie der 'Dom zdravlja'. Verletzte serbische Kämpfer wurden von der Front bei Kupres nach Donji Vakuf gebracht. Dann rückte die Front immer näher. Aus den umliegenden Wäldern waren immer häufiger Schüsse zu hören. Nachts wurde nun auch im Ort geschossen und Sprengkörper geworfen.
Schließlich dann, am 30. April, explodierte die Brücke. Die verbliebene Bevölkerung war paralysiert. Noch einige Tage harrten sie in den Kellern aus. Nachts wurden aus der Umgebung Leuchtraketen auf die Stadt geschossen. "Bei mir in der Garage, die unter dem Haus liegt und daher einigermaßen Schutz vor Granaten bot, versteckten sich in diesen Tagen manchmal bis zu 150 Menschen, die in ihren Häusern nicht sicher waren", berichtet Timka. "Es war unvorstellbar."
Dann begann die Massenflucht der muslimischen und kroatischen Bevölkerung aus Donji Vakuf. Mit überfüllten Autos, Traktoren und Anhängern, auf Fahrrädern und zu Fuß versuchten die Menschen - überwiegend Frauen, Kinder und Alte -, sich in Sicherheit zu bringen. Viele der Männer blieben noch im Ort, um das Haus der Familie zu schützen, manche bezahlten das mit ihrem Leben.
Wohin konnten die verängstigten Menschen fliehen? Die Straßen nach Westen in Richtung Kroatien waren umkämpft, die Gebiete im Norden und Nordosten bereits serbisch besetzt. So blieb nur der Weg Richtung Bugojno und von dort auf Feld- und Waldwegen übers Gebirge Richtung Dalmatien. Vielen der Familien, die ein Auto besaßen oder von anderen mitgenommen wurden, gelang die abenteuerliche Flucht nach Kroatien, wo sie in Massencamps vorläufig untergebracht wurden. Manche konnten auch weiter in andere europäische Länder entkommen. Viele der Flüchtlinge gelangten jedoch nur bis Bugojno, Travnik oder evtl. noch bis Zenica in Zentralbosnien.
Am 9. April gab es nur noch etwa 200 muslimische Menschen in Donji Vakuf. Als die serbischen Besatzer dann begannen, Lager einzurichten und Menschen dorthin zu verschleppen (es gab ein Männer- und ein Frauenlager2 in D.V.), Männer in die serbische Armee oder zur Zwangsarbeit zu zwingen, flohen fast alle restlichen Muslime aus dem Ort nach Bugojno.
Zurück blieben 19 alte Menschen, die ihre Häuser nicht verlassen wollten, einige von ihnen überlebten die Besatzungszeit nicht.
Sobald die Stadt von "Nicht-Serben gesäubert" war, kehrten einige der früheren serbischen Bewohner wieder zurück. Gleichzeitig wurden serbische Truppen in diesem Gebiet konzentriert. Von Donji Vakuf aus wurden dann Bugojno und die umliegenden Orte jahrelang (bis 1995) massiv beschossen.
Die Flüchtlinge, die in die zentralbosnischen Orte Bugojno, Travnik oder Zenica geflohen waren, mußten neben der fortgesetzten Granatierung auch die furchtbare Hungersnot ertragen, die dann vom Frühjahr '93 bis zum Früjahr '94 durch die Blockade während des "Kriegs im Krieg" verursacht wurde (d.h. durch den zusätzlichen vom Westen her geführten Angriff der bosnischen Kroaten auf Zentralbosnien).
Für die muslimischen Flüchtlinge, die sich nach Kroatien in Sicherheit gebracht hatten, bedeutete die plötzliche Feindschaft nun auch der Kroaten, daß sie jetzt auch in Kroatien nicht mehr sicher waren. Sie mußten tägliche Beschimpfungen, Demütigungen und teils auch tätliche Angriffe ertragen. Kroatien versuchte in dieser Zeit, massenhaft bosnisch-muslimische Flüchtlinge in Länder wie Pakistan, Malaysia oder Iran abzuschieben. Timka und ihrer Familie gelang es schließlich, von der Schweiz aufgenommen zu werden. Andere konnten nach Österreich, Italien, Deutschland oder in skandinavische Staaten entkommen.
Die Rückeroberung von Donji Vakuf durch die bosnische Armee fand schließlich unter wochenlangen und erbitterten Kämpfen im Herbst 1995 statt. Nach der "Befreiung" war der Ort dann nur noch eine verbrannte, zerschossene Trümmerstadt.
Anima-Frau Safija V. war eine der ersten, die wieder nach Donji Vakuf zurückkehrten, da ihr Mann als Polizist für Ordnung sorgen sollte. Sie kamen schon am ersten Tag nach dem Ende der Kämpfe zurück in das, was einmal ihre Stadt gewesen war. "Es war grauenhaft", erinnert Safija sich. "Alles war kaputt, teilweise noch brennende oder rauchende Trümmer, einzelne tote Menschen, Tierkadaver, verstört herumlaufende Haustiere und Müll, Müll, Berge von Müll. Ich habe noch nie soviel Dreck gesehen. Wir haben dann begonnen, aufzuräumen und die Stadt von Schutt und Müll zu befreien - zu Anfang fast nur mit unseren Händen. Wir haben gearbeitet bis zum Umfallen, haben alle zusammen geholfen, alle, die in diesen ersten Tagen zurückgekehrt sind. Es war schrecklich und doch war ich so froh, endlich wieder hier zu sein."
In Donji Vakuf wird relativ schnell wieder die Strom- und Wasserversorgung hergestellt. Schon 1996 gibt es wieder Straßenbeleuchtung, die Brücke wird von den Ifor-Truppen neu gebaut. Allmählich kommen die Flüchtlinge zurück - zuerst die aus anderen Orten Bosniens, dann nach und nach auch welche aus dem Ausland. Das Leben in der Kleinstadt beginnt, sich langsam zu normalisieren. Norwegische, schwedische, dänische und deutsche Hilfsorganisationen helfen den RückkehrerInnen, ihre Häuser wieder aufzubauen. Für den Wiederaufbau eines Hauses gibt es durchschnittlich etwa 7000 Mark. Die Preise für Baumaterial sind in Bosnien sehr günstig und die Menschen machen fast alles selbst, helfen sich gegenseitig. Manche haben zusätzlich etwas finanzielle Unterstützung von Verwandten aus dem Ausland, RückkehrerInnen stecken ihr Erspartes und evtl. Rückkehrhilfen in den Wiederaufbau.
Im Jahr 2001 zählt die Bevölkerung Donji Vakufs wieder etwa 12000 Menschen. Die meisten Muslime und alle Kroaten sind zurückgekehrt. Nur die serbische Bevölkerung kehrt sehr zögerlich zurück, obwohl es auch für sie Wiederaufbauhilfen gibt. Manche möchten nur wieder aufbauen, um dann zu verkaufen oder gegen ein muslimisches Haus in der "Republika Srpska" zu tauschen.
Wenn auch das Leben in der Kleinstadt oberflächlich fast wieder normal erscheint, zeigt sich im Gespräch mit den Menschen schnell, wie sehr alle noch immer unter den Folgen des Krieges leiden.
Die Arbeitslosigkeit liegt noch immer bei 65-70%. Die Wirtschaft liegt am Boden, es fehlt Kapital, um z.B. die große Holzfabrik zu sanieren und die Maschinen zu erneuern. Der Betrieb arbeitet zwar wieder, aber von ehemals 8000 Arbeitsplätzen sind heute nur höchstens noch 300 übrig. Die Gipsgruben und die Gipsfabrik sind in Betrieb, aber ebenfalls nur mit einer Kapazität von ca. 800 Arbeitsplätzen von ehemals 3000.
Viele Menschen versuchen, sich mit Kleingewerbe oder Kleinhandel durchzuschlagen. Die meisten können keine Arbeit in ihrem Beruf finden.
Ein großes Problem ist bis heute die Korruption, die mit der politischen Situation zusammenhängt. Seit Kriegsende stellte die SDA (nationalistische Izetbegovic-Partei) die Bezirksregierung und beherrschte auch den Stadtrat in Donji Vakuf. Ausländische Fördergelder landeten in den Taschen der Parteioberen oder wurden für Prestigeprojekte (z.B. monumentale Bauten) ausgegeben. Die normale Bevölkerung bekam davon nichts zu spüren.
Bei den letzten Wahlen hat die SDA zwar die Mehrheit verloren, konnte sich aber durch den Kauf des einzigen liberalen Abgeordneten doch wieder die Regierung sichern. Dies führt bei den Menschen zu immer größerer Frustration und einem Verlust der Glaubwürdigkeit der Politik überhaupt.
Zusätzlich gibt es Spannungen zwischen Menschen, die den Krieg in Bosnien überlebt haben und den RückkehrerInnen aus dem Ausland. "Ihr habt uns im Stich gelassen", wird diesen vorgeworfen. Für die RückkehrerInnen ist es besonders schwer, Arbeit zu finden, da Arbeitsplätze zuerst an die 'Dagebliebenen' vergeben werden.
Die soziale Lage ist grundsätzlich miserabel. Menschen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, weil sie keinerlei Einkommen haben und keine Verwandten im Ausland, die sie unterstützen könnten, können kaum überleben (z.B. alleinerziehende Mütter kleiner Kinder, alte und kranke Menschen, behinderte Menschen).
Viele Menschen sind nach dem Krieg schwer erkrankt - an Krebs oder Herzkrankheiten, oder gar an diesen Krankheiten gestorben. Die unverarbeiteten Kriegstraumata fordern auch auf diese Weise ihren Tribut.
Überhaupt war für mich in allen Gesprächen sehr stark spürbar, wie präsent noch immer die Schrecken des Krieges und der erlebten Gewalt sind. Diese Erfahrungen drängen immer wieder an die Oberfläche. Die meisten Menschen versuchen, sie zu verdrängen, doch das gelingt ihnen nicht. Bei vielen GesprächspartnerInnen, bei den Frauen wie auch bei manchen Männern, habe ich immer wieder einen tiefen Schmerz und eine Fassungslosigkeit gespürt über das, was ihnen widerfahren ist.
Psychologische Hilfe wäre für die Menschen dringend notwendig, doch ein derartiges Angebot existiert in Donji Vakuf nicht.
Der Mangel an psychosozialen Hilfen hat Frauen aus Donji Vakuf schließlich veranlaßt, im Januar 2000 den Verein "Anima" zu gründen.
Auf meine Frage, warum sie ihren Verein "Anima" (= weiblicher Aspekt der Seele) genannt haben, antwortet mir Timka: "Wir sahen, daß zwar der Wiederaufbau der Häuser nach dem Krieg Fortschritte machte, aber die Seelen der Menschen, mit all ihren Verletzungen, wurden vergessen. Es gab weder während noch nach dem Krieg auch nur eine einzige ausländische oder inländische Organisation, die hier psychosoziale Hilfe leistete. Um diesen Mangel auszugleichen, haben wir "Anima" gegründet, insbesondere für die Frauen, die auch jetzt wieder den größten Teil der Verantwortung für die Familien tragen, aber auch für die Gemeinschaft allgemein, die Kinder, die Jugendlichen, die Menschen, die in Not sind."
In den Vereinsräumen können sich die Frauen aus Donji Vakuf und den umliegenden Orten treffen, reden, sich austauschen, hier werden Aktivitäten und Projekte geplant, finden Fortbildungs-Kurse statt. Die Vereinsfrauen wollen dazu beitragen, das allgemeine Bewußtsein über Frauenrechte und Frauenfragen zu schärfen und die Position der Frauen in der Gemeinschaft zu stärken.
Aber sie möchten auch die Lebensbedingungen im Ort für alle BewohnerInnen verbessern, das Gemeinschaftsleben unterstützen und die Menschen motivieren, sich gegenseitig zu helfen.
Obwohl die kleine Organisation mit ca. 30 Vereinsfrauen und einem Kern von fünf ehrenamtlichen Hauptaktiven ohne jegliche finanzielle Basis begann und auch heute noch immer mit großen finanziellen Schwierigkeiten kämpfen muß, haben die Frauen in den 1 ½ Jahren ihrer Vereinsarbeit Unglaubliches geleistet:
Sie organisieren Computer- und Englischkurse für Frauen und für Jugendliche, die sehr gut besucht sind.
Mit Hilfe des UNHCR und des Malteser-Hilfsdiensts begannen sie ein Polsterei-Projekt. In diesem einjährigen Projekt werden 12 Frauen im Polstern und Aufarbeiten alter Möbel ausgebildet. Damit können sie sich später ein eigenes Einkommen sichern. Vier Frauen werden vom Verein übernommen werden und können in der Vereinswerkstatt weiterarbeiten. Der Bevölkerung von Donji Vakuf wird damit gleichzeitig die Möglichkeit gegeben, ihre alten Möbel kostengünstig aufarbeiten zu lassen. Bei der Werkstatt-besichtigung können wir uns von der hohen Qualität der Arbeit überzeugen. Die Frauenwerkstatt genießt inzwischen einen ausgezeichneten Ruf, auch über Donji Vakuf hinaus.

Besonders viel Arbeit und Energie haben die Frauen in ihr Ökoprojekt investiert:
Im Verlauf der letzten zwei Jahre ist es ihnen gelungen, die Ufer des Vrbas beidseitig auf einer Länge von 1800 m von den Müllbergen zu befreien, die schon vor dem Krieg aufgehäuft worden waren, als das Vrbas-Ufer 15 Jahre lang als Mülldeponie benutzt wurde. Diese Müllberge waren im und nach dem Krieg noch weiter angewachsen. Autowracks, alte Kühlschränke, Herde und sonstiger Müll mußten mit Baggern und Traktoren aus dem Fluß gefischt werden.
Als wir mit den Anima-Frauen nun am Flußufer entlanggingen, konnten wir uns kaum vorstellen, wie es zuvor hier ausgesehen hatte. Wir fühlten uns wie in einer Parkanlage. Als Krönung und zur Begeisterung besonders der Kinder und Jugendlichen des Ortes, haben die Vereinsfrauen an einer schönen Uferstelle, an der der Vrbas gut zum Schwimmen geeignet ist, einen Badeplatz mit Sprungbrett angelegt.
Das erstaunliche ist, daß die Frauen dieses Ökoprojekt mit geringsten finanziellen Mitteln (Unterstützung durch die Schweizer Botschaft) durchgeführt haben, da es ihnen gelungen ist, viele Bürgerinnen und Bürger zum ehrenamtlichen Mitmachen zu gewinnen: Der eine kam mit seinem Bagger, der andere mit seinem Traktor mit Anhänger, Kleinlaster wurden kostenlos zur Verfügung gestellt, Restaurants oder Läden stellten die Verpflegung für die ehrenamtlichen HelferInnen, und viele Menschen kamen. "An manchen Samstagen", erzählt Vesna B., "haben hier hundert Menschen auf einmal ehrenamtlich mitgeholfen. Das war für uns mit der größte Erfolg."

Ebenfalls schon im zweiten Jahr pflegen die Anima-Frauen kleine Grünflächen und Blumenrabatten im Ort, die sie im Frühjahr 2000 mühevoll umgebrochen, eingesät und bepflanzt hatten. "Es ist so wichtig, der Zerstörung und Gewalt, von der wir im Krieg zu viel erlebt haben, Schönheit und Lebendigkeit entgegenzusetzen," sagt Hilda M., "das wirkt auch gegen die Resignation der Menschen. Am Anfang wurden wir noch ausgelacht für unsere Mühe, aber jetzt machen mehr und mehr Menschen mit und pflanzen selbst Blumen in ihren Gärten. Sie kommen auch zu uns und fragen um Rat."
Ein wichtiges Anliegen ist den Vereinsfrauen nach wie vor, daß sie für die Frauen des Ortes ansprechbar sind, daß diese zu ihnen kommen können, wenn sie irgend ein Problem haben oder Hilfe brauchen.
Im Rahmen der psychosozialen Hilfe bemühten sich die Anima-Frauen darum, im Sommer 2001 ins Programm der Erholungsaufenthalte in Kuca SEKA aufgenommen zu werden. In Zusammenarbeit mit dem örtlichen Zentrum für Sozialarbeit wählten sie die Frauen und Kinder aus, für die ein Erholungsaufenthalt und psychologische Unterstützung am wichtigsten waren.
"Die Zusammenarbeit mit Kuca SEKA bedeutet uns Anima-Frauen von Anfang an unglaublich viel," betont Timka. "Mein erstes Seminar bei Euch hat mich so sehr ermutigt und mir die Kraft gegeben, mit unserer Arbeit hier zu beginnen."
Am Ende unseres Besuches sprechen wir über die Pläne der Anima-Frauen, sich noch mehr im psychosozialen Bereich zu engagieren. Besonders auch das Problem der Gewalt gegen Frauen und Kinder in der Familie wird immer offensichtlicher. "Eigentlich wäre ein Frauenhaus notwendig", meint Timka. "Aber wichtig wäre schon, daß die Gemeinschaft, wir alle, anders mit dem Problem umgehen und nicht den Opfern auch noch die Schuld geben. Da müssen wir hier noch viel lernen. ... Meinst Du, Ihr könntet in Kuca SEKA solche Seminare für Ehrenamtliche machen? Wie wir als Ehrenamtliche betroffenen Frauen helfen können und überhaupt zum Thema ,Gewalt in der Familie'?"
Ich verspreche, darüber nachzudenken und mit meinen Kolleginnen darüber zu sprechen. Ob wir dafür Geld finden werden?
Müde und nachdenklich, aber auch erfüllt und voller Bewunderung für die Arbeit der Anima-Frauen machen wir uns schließlich auf den Heimweg.
Anmerkung 1 Die Namen der Frauen und Kinder aus der Gruppe sind geändert.
Anmerkung 2 Wir müssen davon ausgehen, daß die Frauen in diesem Lager, das sich in einem Haus nahe der Polizeistation befand, wie auch anderswo, Vergewaltigungen ausgesetzt waren. Allerdings konnte mir niemand etwas Genaueres dazu sagen.