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SEKA-Journal Nr. 6 Mai 2000 |
Die Stadt Banja Luka
Historischer Rückblick
Krieg und Vertreibung in Banja Luka
Zenska Akcija Vidra, Banja Luka (Frauen-Organisation)
Das Projekt "Frauen für Frauen"
Die Stadt Banja Luka
Banja Luka liegt 163 m über dem Meeresspiegel in einer Talsenke im Nordosten Bosnien-Herzegowinas. Die Stadt hat etwa 300.000 Einwohner. Vor dem Krieg lebten in Banja Luka ca. 51% Serben und etwa 49% Muslime und Kroaten. Vor dem Krieg war Banja Luka ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, der in Nord-Südrichtung Kroatien mit dem Tal der Bosna und dem Küstenland der Adria verknüpfte. Unterhalb des Flußlaufs des Vrbas, der durch die Stadt fließt, gibt es reiche Fischgewässer und zahlreiche Nebenflüsse. Nördlich von Banja Luka erstrecken sich Jagdgebiete mit wilden Hasen und Fasanen, Füchsen und Rebhühnern. Die Umgebung der Stadt ist außerdem reich an Thermalquellen (z.B. in der Ortschaft "Gornji šeher")
Historischer Rückblick
Der Name "Banja Luka" wird erstmals im Jahr 1494 erwähnt als "befestigte Stadt im Distrikt ,Jajacka', die fast unter türkische Herrschaft geraten sei".
Später wurde sie dann von den Türken eingenommen und erlebte im 16. Jahrhundert eine echte Blütezeit, als sie zum Sitz der bosnischen Paschas wurde. Der Pascha Ferhad Sokolovic legte das Fundament zur heutigen Stadt, indem er die Moschee "Ferhadija" und die Festung des Kastels erbauen ließ, sowie noch weitere 200 Bauwerke wie z.B. die Kanalisation, den "Uhrturm", ein öffentliches Badehaus, die Grundschule, eine Brücke über den Vrbas, etwa 200 unterschiedliche Läden und anderes mehr.
Nach überlieferten Quellen (s. Historiker Maravic) hatte die Stadt im Jahr 1655 zweitausend türkische Häuser, fünfzehn Moscheen und hundert orthodoxe oder katholische Häuser. In dieser Zeit entwickelte sich die Stadt zu einem starken Handwerks- und Handelszentrum.
Die ständigen Kriege zwischen der Türkei und Österreich im 17. Jahrhundert zehrten die Stadt allerdings aus. Banja Luka litt nicht nur unter den Kriegen und ständigen Verwüstungen, sondern auch unter weiterem Unheil: Hunger, Pest, Feuersbrünsten und Überschwemmungen. Die Pestepidemie im Jahr 1732 forderte 7000 Menschenleben. Im Jahr 1737 brannte die Stadt in den Kämpfen zwischen der österreichischen Armee und den Türken bis auf die Grundmauern nieder.
Schließlich führten die türkischen Machthaber Reformen durch mit dem Ziel, die Auseinandersetzungen zwischen den bosnischen Feudalherren zu beenden. Dies half, die Situation zu stabilisieren und trug zu einer Modernisierung des Lebens bei. So wurden in dieser Zeit die erste kroatische Grundschule und die erste serbische Grundschule gegründet. 1862 wurde ein kleineres multinationales Gymnasium eröffnet, sowie ein serbisch-orthodoxes Priesterseminar und das österreichische Konsulat. Außerdem wurde eine Telefonverbindung nach Sarajevo eingerichtet und eine Eisenbahnstrecke von 104 km.
1869 kamen Trappisten nach Banja Luka. Sie erbauten ihr Kloster und gründeten eine große Mühle, eine Bierbrauerei, eine Textilfabrik und eine Käserei zur Herstellung des bekannten Trappisten-Käses.
1878 wurde auf dem Berliner Kongress beschlossen, daß Österreich-Ungarn Bosnien-Herzegowina besetzen würde. Nach 350 Jahren türkischer Herrschaft folgte die Besetzung durch Österreich-Ungarn, die 40 Jahre dauerte. In dieser Periode wurde die Tabakfabrik erbaut, sowie zwei Ziegeleien. In architektonischer Hinsicht erhielt die Stadt allmählich ein europäisches Aussehen, mit vielen öffentlichen Gebäuden und Alleen.
1929 wurde der Vrbas-Distrikt gebildet und Banja Luka wurde Sitz der Distrikt-Verwaltung. In dieser Zeit wurden zwei Regierungs-Paläste erbaut, sowie die Volksbühne und das ethnografische Museum. Außerdem wurde eine Stahlgießerei errichtet.
Im Laufe des Zweiten Weltkriegs besetzte die Deutsche Wehrmacht die Stadt. Am 22. April 1945 wurde Banja Luka schließlich befreit und dieser Tag wird noch heute als Tag der Befreiung Banja Lukas gefeiert.
In der Nachkriegsperiode (nach dem 2. Weltkrieg) wurde Banja Luka zu einem starken Wirtschaftszentrum (Tabakindustrie, Lederverarbeitung / Schuhfabrikation, Elektronik-, Maschinenbau-, Lebensmittel-, Textil- und Holzindustrie, sowie Bierbrauerei) und zu einem Zentrum der Kultur: Banja Luka hat eine große Universität mit sieben Fakultäten und drei Instituten.
Am 26. und 27. Oktober 1969 wurde Banja Luka und Umgebung von einem starken Erdbeben erschüttert. 15 Menschen starben, 1117 Menschen wurden verletzt.
112 Betriebe wurden beschädigt und 75% der Geschäfte zerstört. Tausende Menschen wurden - an der Schwelle zum Winter - obdachlos. 131 Schulen, 61 Gebäude der Gesundheitsversorgung und 26 kulturelle Gebäude wurden beschädigt oder gar zerstört.
Von den kulturhistorischen Denkmälern wurden besonders in Mitleidenschaft gezogen: die Ferhadija-Moschee, der historische "Uhrenturm", die Arnaudija-Moschee, die Festung "Kastell", das Franziskaner-Kloster, das Kloster Gomionica, das Trappisten-Kloster, der Partisanen-Friedhof und die Altstadt "Bocac".
Im Zeitraum von 5 Jahren wurden diese Denkmäler allesamt wiederhergestellt und restauriert.
Krieg und Vertreibung in Banja Luka
Die ersten Mehrparteienwahlen in Bosnien-Herzegowina 1990 brachten leider überall nationalistische Parteien an die Macht. In dem Maße, wie diese ihre nationalistischen Programme vorantrieben, verhinderten sie die Entwicklung einer zivilen Gesellschaft.
Das Ergebnis dieser Politik der nationalistischen Ausschließlichkeit und Intoleranz war der Ausbruch kriegerischer Auseinandersetzungen verbunden mit einem unglaublichen Ausmaß an Terror gegen andere Nationalitäten und Bevölkerungsgruppen.
In der Stadt Banja Luka kam die "Serbische Demokratische Partei" (SDS) an die Macht, die sich vollkommen auf die "Verteidigung der Interessen des serbischen Volkes" konzentrierte. Die Auswirkungen dessen waren zuerst spürbar durch den Austausch der Direktoren der öffentlichen und staatlichen Firmen, wenn sie nicht-serbischen Bevölkerungsgruppen angehörten oder "nicht-linientreue" Serben waren. Danach begann die "Entfernung" aller Beschäftigten, die nationalen Minderheiten angehörten von ihren Arbeitsstellen.
Es folgte die Mobilmachung und alle, die sich nicht freiwillig meldeten (hauptsächlich die Männer, die den Minderheiten, Kroaten und Muslimen, angehörten), verloren nicht nur sofort ihre Arbeitsstelle, sondern auch das Recht auf ihre Wohnung. Die Kroaten und Muslime, die der Einberufung Folge leisteten, wurden zu Arbeitseinsätzen an der Front (natürlich ohne Waffen) eingesetzt. Dabei mußten sie neben der schweren Arbeit, mangelhafte Verpflegung, Kälte, Nässe und Mißhandlungen und Demütigungen ertragen. Viele kamen ums Leben; denn sie wurden bevorzugt zum Ausheben von Schützengräben in den vordersten Linien eingesetzt.

Manche kroatischen oder muslimischen Männer - insbesondere Angehörige der gebildeten Schichten oder Menschen, die leitende Positionen innegehabt hatten, wurden verhaftet und in Lager verschleppt. Die Männer aus Banja Luka kamen meist nach Manjaca. Dieses galt als eines der "weniger schlimmen Lager", da es unter der Kontrolle des UNHCRs stand. Einige Männer hatten Glück und wurden "ausgetauscht" gegen serbische Kriegsgefangene. Andere wurden in andere "schlimmere Lager" transportiert, wo Mißhandlungen und Folter bis zu Morden an der Tagesordnung waren. Die meisten Männer waren 1˝ - 2 Jahre in den Lagern gefangen, wenn sie sie überlebten.
Seit Beginn der Verfolgungen lebten MuslimInnen und KroatInnen in Banja Luka in ständiger Angst vor Vertreibung, Schikane, körperlichen Mißhandlungen und Demütigungen. Zur Verstärkung ihrer Angst trug das Wissen um die Grausamkeiten bei, die bereits an anderen Orten in Nord- und Ostbosnien geschehen waren: die Nachrichten über Massaker und grausamste Vertreibungen in Prijedor, Kozarac, Bijeljina, Visegrad, Foca und die Gerüchte über die Folterlager wie z.B. Omarska, Keraterm und Trnopolje. Die Deportationszüge von Prijedor und Kozarac fuhren durch Banja Luka Richtung Zentralbosnien.
In Banja Luka waren besonders die Frauen das bevorzugte Ziel von Mißhandlung und Einschüchterung insbesondere, wenn ihre Männer und Söhne sich nicht zur Mobilmachung gemeldet hatten.
Als zusätzlicher Druck, um die Angehörigen der Minderheiten zum Verlassen des Gebiets zu veranlassen (um dieses "rein-serbisch" zu machen), wurde der "Arbeitsdienst" für Frauen der Minderheiten eingeführt: So wurden kroatische und muslimische Frauen z.B. gezwungen, in ca. 200 km entfernten Ortschaften Kartoffeln zu ernten oder in kalten Gebirgsflüssen Wolle zu waschen. Es wurden mit voller Absicht möglichst sinnlose, schwere und demütigende Arbeiten ausgewählt. Auch Intellektuelle und Menschen, die ehemals hohe Positionen innehatten, wurden zu öffentlich demütigenden Tätigkeiten gezwungen: so mußten z.B. ehemalige Professoren die Straßen fegen u.ä. Für diese Frondienste gab es natürlich keinerlei Entlohnung.
Verständlicherweise entschlossen sich durch den physischen, psychischen und ökonomischen Terror viele, die Stadt zu verlassen. Um die Erlaubnis zum Verlassen des Gebiets zu bekommen, mußten allerdings verschiedene Steuern und Gebühren bezahlt werden. In den persönlichen Dokumenten wurde dann vermerkt, daß die Vertriebenen freiwillig ins Ausland auswandern würden.
Der ständige Druck durch Übergriffe auf Wohnungen und Häuser, durch die Hetzkampagnen in den Medien und den Verlust jeglicher Einkünfte führten zu einer noch nie dagewesenen Fluchtwelle von Menschen aus Banja Luka. Kolonnen über Kolonnen von Frauen und Kindern, alten und kranken Menschen verließen tagelang die Stadt in Richtung Kroatien, Ungarn, bzw. in Richtung der Länder der Europäischen Union und nach Übersee. In der Zeit von 1993 bis 1995 verlor Banja Luka 80.000 Menschen; von diesen waren 55.000 Muslime und Kroaten und 25.000 waren Serben, die sich nicht an den "ethnischen Säuberungen" beteiligen wollten. In der Stadt blieben etwa 4.000 Muslime und etwa ebenso viele Kroaten ohne die menschlichen und bürgerlichen Grundrechte zurück. Ihr physisches Überleben verdanken diese Menschen der humanitären Hilfe, die sie über Merhamed und Caritas bekommen haben oder den in die "Republika Srpska" eingeschmuggelten kleinen Geldbeträgen, die ihnen Verwandte aus dem Ausland schickten.
In der Zeit zwischen 1992 und 1995 wurden alle 7 Moscheen in Banja Luka zerstört und die Mehrzahl der katholischen Kirchen.
Nach der Unterzeichnung des Daytoner Abkommens, Ende 1995, kommt zwar langsam aber dennoch der Frieden und es eröffnet sich allmählich sogar der Prozess der friedlichen Rückkehr und Reintegration der vertriebenen Bevölkerung. Obwohl dieser Prozeß außerordentlich schwerfällig vor sich geht - beeinträchtigt von offensichtlichen Willkür-Akten der noch immer herrschenden (und nun bei den Wahlen im April 2000 erneut bestätigten) lokalen Machthaber -, wird es doch immer klarer, daß Bosnien-Herzegowina ein Land ist, das seine Zukunft auf der Entwicklung einer bürgerlichen Gesellschaft und dem Schutz der Menschenrechte aufbauen kann.
Insbesondere dazu will die Frauenorganisation "Zenska Akcija Vidra" ihren Beitrag leisten.
Zenska Akcija Vidra, Banja Luka
Im Jahr 1997 schloß sich in Banja Luka eine Gruppe von Frauen zusammen, die seit Jahren ohne Arbeitsstelle waren und durch Krieg und Verfolgung schwere psychische Probleme und Traumata hatten. In dieser Gruppe fanden sich sowohl Musliminnen und Kroatinnen als auch Serbinnen, die in gemischten Ehen lebten und daher ebenso von Unterdrückung und Verfolgung betroffen waren. Diese Frauen hatten aus Banja Luka nicht fliehen können, da sie meist alte bzw. kranke Angehörige zu versorgen hatten oder einfach nicht mehr rechtzeitig weggekommen waren.
Sie hatten eine Zeit extremer Belastung, Bedrohung und Angst hinter sich. Sie alle hatten das Gefühl, nutzlos zu sein. Sie empfanden es als sehr belastend, seit Jahren von humanitärer Hilfe oder der Hilfe von Angehörigen abhängig zu sein, die ins Ausland geflohen waren. Der Verlust von Freundinnen und Freunden, die Trennung von Familienangehörigen und Verwandten hatte bewirkt, daß sie sich in sich selbst zurückgezogen hatten. Durch die erlebten Schrecknisse der Kriegszeit und der Verfolgung hatten sie das Vertrauen in andere Menschen verloren. Ihr offensichtlichster Wunsch war, wieder Arbeit und damit einen Weg aus der Isolation zu finden, außerdem ökonomisch wieder in die Lage zu kommen, die eigene Familie ernähren zu können.
In diesem Moment bot sich als Lösung die Gründung -einer Vereinigung für Frauen an, die sich um die Rechte der benachteiligten Frauen kümmern und diese ins-besondere unterstützen würde, ökonomisch unab-hängig zu werden. Die Organisation sollte vor allem den Frauen, die während des Krieges den Arbeitsplatz verloren hatten, durch Fortbildungen und Trainings ermöglichen, sich leichter wieder in den Arbeitsprozeß einzugliedern.
Andere wichtige Aufgaben waren Beratung und Unterstützung dieser Frauen auch in rechtlichen Fragen.
Ein weiteres wichtiges Ziel sollte die politische Bildung von Frauen sein, und deren Ermutigung, sich - trotz aller Widrigkeiten - am Prozeß der Demokratisierung in der "Republika Srpska" bzw. in Bosnien-Herzegowina zu beteiligen.
Im Juni 1997 wurde schließlich die Frauen-Organisation "Zenska akcija Vidra" ("Frauen-Aktion 'Otter'") in Banja Luka gegründet.
Als ihre "Vision" haben die Vidra-Gründerinnen formuliert: "Eine Welt als eine menschliche Gemeinschaft von ökonomisch unabhängigen und sozial abgesicherten freien Menschen, in der die Menschenrechte und die Freiheit respektiert und gefördert werden."
Ihre "Mission", um eine solche Welt zu erreichen, haben die Vidra Frauen folgendermaßen beschrieben:
"In Vidra bieten wir Frauen, die ökonomisch unabhängig werden wollen, Unterstützung durch Information, Fortbildung und Hilfe bei der Vertretung ihrer Interessen, sowie finanzielle Hilfen durch ein Kleinst-Kredit-Programm an.
Wir möchten Frauen darin fördern, sich Wissen und Fähigkeiten zu erwerben, für ihr Leben Verantwortung zu übernehmen und sich selbst und andere wertzuschätzen. Wir denken, daß diese Werte besonders wichtig sind, um ein erfülltes und produktives Leben in einer demokratischen Gesellschaft zu führen."
Mit der formellen Gründung half uns das "Dänische Centrum" in Banja Luka, indem es uns die finanziellen Mittel für die Registrierung des Vereins bei den Behörden gab. Durch finanzielle Unterstützung der "Initiative bosnischer Frauen" konnten wir unsere Büroräume einrichten und Computer kaufen, um mit der geplanten "Kleinen Business-Schule für Frauen" zu beginnen.

Bis heute (April 2000) haben 150 Teilnehmerinnen das Unterrichtsprogramm durchlaufen und erfolgreich abgeschlossen. Gleichzeitig haben wir selbst (die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen von Vidra) laufend an unterschiedlichen Fortbildungen und Trainings teilgenommen, die von internationalen oder lokalen NGOs organisiert wurden. Zur Zeit organisieren wir in Zusammenarbeit mit dem IOCC (einer internationalen orthodoxen Organisation) weitere Ausbildungskurse für Frauen in Computer-Arbeit, Grundkenntnissen der Buchführung und Geschäfts-Korrespondenz.
Darüber hinaus bieten wir in Zusammenarbeit mit dem CRS (Catholic relief services) ein Klein-Kredit-Programm für Frauen an, die sich selbständig machen wollen. Bisher konnten wir 550 Kredite für Kleingewerbe vergeben.
Im Rahmen der psychosozialen Unterstützung arbeiten wir eng mit "Kuca SEKA" auf Brac zusammen. Verschiedene Mitarbeiterinnen von Vidra konnten bereits an kontinuierlichen Seminaren zur psychologischen Unterstützung teilnehmen, um ihre traumatischen Erlebnisse während des Krieges und der Verfolgungszeit zu verarbeiten. Außerdem konnte eine Gruppe von Frauen und Kindern sich im vergangenen Sommer im Haus SEKA erholen. Auch für dieses Jahr ist vorgesehen, daß Vidra eine Gruppe von Frauen und Kindern zur Sommererholung nach Brac schicken kann. Für diese Gruppe werden wir Frauen und Kinder auswählen, die physische Erholung und psychologische Unterstützung am dringendsten benötigen.
Das Projekt "Frauen für Frauen"
Zur Zeit sind wir intensiv mit den Vorbereitungen für ein zusätzliches Projekt beschäftigt: Es heißt "Frauen für Frauen" und beinhaltet einerseits die psychosoziale und medizinische Hilfe für alleinstehende schwerstkranke (bettlägerige) alte Frauen, sowie für Frauen, die alleine schwerstkranke Angehörige pflegen. Viele alte und kranke Menschen, insbesondere Frauen, leben unter entsetzlichen Bedingungen. Es gibt für sie derzeit keinerlei staatliche soziale Hilfen. Alte Menschen, die ohne Angehörige in Banja Luka zurückbleiben mußten, sind in der Regel völlig sich selbst überlassen und leben in großem Elend.
In das geplante Hilfs-Programm werden wir Angehörige aller Bevölkerungsgruppen einschließen, die keinerlei Form von Unterstützung haben. Wir werden 40 alte Frauen innerhalb dieses Programms betreuen. Neben der konkreten Hilfeleistungen wollen wir mit diesem Angebot die Verständigung und Toleranz zwischen den Angehörigen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen fördern.
Hilfe und Betreuung der alten Frauen wird geleistet werden von 10 arbeitslosen Frauen, die selbst unter sehr schweren ökonomischen Bedingungen leben. Durch diese Tätigkeit erhalten sie ein gewisses Einkommen.
Das Projekt "Frauen für Frauen" wird vorerst für ein Jahr finanziert von der Stadt Hamburg. Diese Förderung konnten wir u.a. durch die Vermittlung und Unterstützung von SEKA erhalten.
Neben diesen Aktivitäten engagieren wir uns für die Entwicklung einer toleranten demokratischen Gesellschaft, z.B. durch die Förderung gewaltfreier Kommunikation. Darüber hinaus setzen wir uns für eine Stärkung der Position der Frauen in der Gesellschaft und für eine Erweiterung ihrer Rolle ein.